Schwersteinsatz fürs Vergnügen

Susanne Seide macht sich Gedanken über gute gute Vorsätze und Schwerstarbeit

Susanne Seide macht sich Gedanken über gute gute Vorsätze und Schwerstarbeit

Foto: Alexander Volkmann / TA

Gute Vorsätze, die ich eh nicht durchhalte, habe ich nicht. Aber: Es gibt durchaus welche, bei denen man sich nicht abstrampeln, nicht auf das Stück Lieblingstorte verzichten muss und auch der Umwelt keinen Schaden zufügt.

Eine solchen guten Vorsatz habe ich gefunden: Ich werde nie mehr in die Weimarhalle gehen und zuerst daran denken, wo denn wohl mein Platz sein möge. Denn davor steht erst einmal, dort hinein zu kommen. Und das ist aus eigener Kraft gar nicht so einfach.

Bei Veranstaltungen müssen daher Mitarbeiter unermüdlich die großen Türen öffnen, die rund 600 Kilogramm wiegen. Da kommen schon etliche Trainingseinheiten für die Arme zusammen, wenn das Haus mit 1200 Besuchern ausverkauft ist: 1200 Mal begehren Besucher Einlass, 1200 wollen nach den Veranstaltungen wieder ins Freie. Und sollte gar eine Pause im Programm sein, kommt noch so einiges an Armtraining hinzu.

Fast noch schlimmer als Veranstaltungen im Großen Saal sind solche im Seminargebäude, etwa mit Parteien. Da wird zwischendurch geraucht und telefoniert – Tür auf und Tür zu, Tür auf und Tür zu...

Mein guter Vorsatz ist daher, von jetzt an dem Türsteher bis zum Einbau der elektrischen Eingangstüren immer allerhöflichst Danke zu sagen – angesichts dieses Schwersteinsatzes für mein Vergnügen.

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