Student sammelt zum Studium Praxiserfahrung im Weimarer Friedrich-Zimmer-Haus

Susanne Seide
| Lesedauer: 2 Minuten
Schüler Ben Steinbach im Gespräch mit dem Studenten Felix Klug und Regine Süß, der Leiterin des Sozialen Dienstes (von links).

Schüler Ben Steinbach im Gespräch mit dem Studenten Felix Klug und Regine Süß, der Leiterin des Sozialen Dienstes (von links).

Foto: Sandra Smailes / Diakoniestiftung

Weimar.  Zur Sozialen Arbeit gehört auch, das eigene Glück durch das Wohl der Anderen zu finden.

Wie läuft Soziale Arbeit im Seniorenzentrum? Das will der 23-jährige Felix Klug herausfinden. Der junge Mann studiert in Erfurt im zweiten Semester Soziale Arbeit und absolviert die Praxis in dieser Zeit im Weimarer Friedrich-Zimmer-Haus.

Auf Empfehlung einer Kommilitonin kam er auf die Idee, sich im Seniorenzentrum zu bewerben, berichtete die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gegenüber unserer Zeitung. „Die Arbeit mit Senioren und Menschen mit Demenz habe ich vor meinem Studium in einem Ehrenamt schon kennengelernt. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich gerne im sozialen Bereich arbeiten möchte. Seit Dezember konnte ich viele verschiedene Erfahrungen im Umgang mit Demenz machen. Diese helfen mir, die theoretischen Aspekte des Studiums besser verstehen zu können“, sagt der junge Mann.

Arbeit mit Menschen mit Demenz fordert heraus

Zu seinen Aufgaben gehören die Beschäftigung und Betreuung der Bewohner sowie die Unterstützung und Entlastung des Personals. Dem Einrichtungsleiter Thomas Börner ist es sehr wichtig, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, sie neugierig auf die Arbeit mit Menschen mit Demenz zu machen und sie perspektivisch für die Arbeit im eigenen Haus oder anderen Einrichtungen der Altenhilfe zu begeistern. Gute Einarbeitung und Begleitung im Rahmen solcher Praktika koste zwar viel Energie und binde natürlich Personalressourcen. Aber er sei überzeugt: „Nur so können wir uns auch den Herausforderungen der Zukunft in der Arbeit mit Menschen mit Demenz, der Weiterentwicklung immer neuer Konzepte und der Mitarbeiterpflege stellen“, sagt Thomas Börner.

Ständiger Austausch mit den Kollegen

Immer wieder kommt es zum regen Austausch mit Kollegen, zum Beispiel mit Regine Süß, der Leiterin des Sozialen Dienstes, und dem Fachoberschüler Ben Steinbach. Wie Felix Klug ist Ben Steinbach im sozialen Dienst tätig. Der Schüler überlegt noch, wie sein Weg weitergehen könnte. Die jungen Männer tauschen sich über berufliche Perspektiven im sozialen Bereich, Studieninhalte und Studiengängen aus.

Warum ergreift jemand einen sozialen Beruf? Empathie, Eudämonismus, also das eigene Glück im Wohl der Anderen zu finden, und Altruismus, selbstlose Handlungsweisen, sind oft die Beweggründe dafür. „Sie haben mich überzeugt, Soziale Arbeit zu studieren, und das lege ich auch Ben ans Herz.“ Auch wenn manche Fächer, wie Sozialrecht und Ökonomie, sehr trocken und teils ohne direkten Praxisbezug sein können, nutzen diese in der Praxis, sagt der Student.