Tempo 70 als Dauerlösung denkbar

Haindorf  Landkreis und Gemeinde Am Ettersberg weihen die sanierte Straße zwischen Buttelstedt und Haindorf offiziell ein

Zum offiziellen Band-Durchschnitt am Ortsausgang von Haindorf waren gestern nicht nur Vertreter von Landkreis, Kommune und den beteiligten Firmen erschienen, sondern auch etliche interessierte Anwohner.

Zum offiziellen Band-Durchschnitt am Ortsausgang von Haindorf waren gestern nicht nur Vertreter von Landkreis, Kommune und den beteiligten Firmen erschienen, sondern auch etliche interessierte Anwohner.

Foto: Michael Grübner

Die Sperrschilder sind weg: Zwei Wochen nach dem ursprünglich angepeilten Termin gab das Bauamt des Kreises Weimarer Land gestern die Straße zwischen Buttelstedt und Haindorf offiziell frei. Seit 8. Juli hatten die Firmen GLU aus Jena (Baugrund) und MST aus Laucha (Straßenbau) die berüchtigte, Schlagloch-Piste in ein nunmehr makelloses Asphalt-Band verwandelt. Der Kreis investierte etwas mehr als eine Million Euro, das Land Thüringen förderte das Projekt zu 75 Prozent. Mit im Boot war auch der Wasserversorgungszweckverband Weimar, der auf rund 550 Metern zwischen dem Ortsausgang von Buttelstedt und der ersten schärferen Rechtskurve eine neue Leitung in die Erde brachte.

Für die Straße gilt vorerst ein Tempolimit von 70 km/h, in erster Linie wegen der noch fehlenden weißen Seiten-Markierungsstreifen. Für die benötigen die Fachunternehmen eine bestimmte Mindest-Asphalttemperatur und bringen sie nur bis Ende September auf. Die Straße nach Haindorf bekommt ihre Streifen im Mai, wenn die Markierungs-Saison wieder startet.

Gut möglich allerdings, dass Tempo 70 auch danach dauerhaft weiter gilt. Denn die Straße wird zur Allee: In anderthalb Wochen pflanzt das Landschaftsbau-Unternehmen Anders aus Altenroda entlang der 1,6 Kilometer 83 junge Spitzahorne mit jeweils rund 15 Zentimetern Stamm-Umfang. Bei Neupflanzungen entlang von Straßen schreibt eine Bundes-Richtlinie einen Abstand zwischen Stamm und Fahrbahnkante von 7,50 Metern vor. Dafür müsste der Landkreis zusätzliche Grundstücke erwerben.

Auch 4,50 Meter sind möglich, allerdings muss dann eine (ebenfalls teure) Schutzplanke zwischen Bäumen und Straße montiert werden – oder eben ein Tempolimit 70, was als weitaus preisgünstigste Variante die besten Chancen haben dürfte. „Es werden eben jedes Jahr mehr Vorschriften“, seufzte gestern die verantwortliche Planerin des Projekts, Katrin Katzung.

Die neue Straße besteht aus zwei Lagen Asphalt-Tragschicht mit je 15 Zentimeter Stärke sowie einer Deckschicht von 4 Zentimetern. Sie ist durchweg 5,50 Meter breit und enthält zehn Wasser-Durchlässe. Die Sanierung war kein grundhafter Neuaufbau, sondern das Verfahren des Hocheinbaus kam zum Einsatz: Der Unterbau der alten Straße wurde nicht vollends entfernt, sondern dient dem neuen Asphalt als Befestigung.

Zum Projekt gehörte auch ein Stück Gehweg am Ortsausgang von Haindorf, das die Landgemeinde Am Ettersberg finanzierte. Deren Bürgermeister Thomas Heß erkundigte sich bei Lars Vogt vom Landkreis-Bauamt gleich nach dem Planungsstand für die Sanierung der Straße nach Krautheim, die bis gestern einzige legale Zufahrt nach Haindorf war. Die Planung, so Vogt, habe begonnen: „Wenn das Förderprogramm weiterläuft, wir damit in das nächste Rahmenprogramm kommen und alles glatt läuft, beginnen die Arbeiten frühestens 2021.“

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