Trotz Ladenschließung weiter für Bücherfreunde da

Weimar.  Herbe wirtschaftliche Einbußen erleben in der Corona-Krise auch Weimar selbstständige Buchhändler.

Bücherschleuse an der Buchhandlung  „Die Eule", Geschäftsführerin Juliane Bleis reicht bestellte Bücher heraus.

Bücherschleuse an der Buchhandlung „Die Eule", Geschäftsführerin Juliane Bleis reicht bestellte Bücher heraus.

Foto: Maik Schuck

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Auf eine harte Probe gestellt werden durch die Corona-Krise auch Weimars selbstständige kleine Buchhandlungen. So habe die „Eckermann-Buchhandlung“ nach Auskunft von Inhaber Johannes Steinhöfel nur einen Bruchteil des sonstigen Umsatzes. Für ihn sei die Corona-Krise „eine Katastrophe“. In Knabes Verlagsbuchhandlung „Die Eule“ sieht es nicht anders aus. Miete und Nebenkosten, Strom- und Heizkosten aber müssen weiterhin bezahlt werden. Beide versuchen weiterhin für ihre Kunden da zu sein, – allerdings telefonisch und online.

„Wir empfehlen den Kunden, unseren Online-Shop zu nutzen“, unterstreicht Verlagsleiter Steffen Knabe (www.buch-weimar.de). Das sei „in diesen Zeiten sicher die beste und sicherste Methode schnell und zuverlässig an Lesestoff zu kommen“. Die Zustellung erfolge per Versand nach Hause. Eingerichtet wurde an der „Eule“ aber auch eine „Bücherschleuse“, wo eine Abholung nach telefonischer Rücksprache Montag bis Freitag zwischen 13 und 14 Uhr möglich sei. In erster Linie kommen Anfragen von Stammkunden. Trotzdem erreiche das „Eule“-Team nicht im entferntesten die sonstige Kundenresonanz, zumal die Touristen gänzlich wegfallen. Das „absolut Fatalste“ für den selbstständigen Buchhändler vor Ort wäre, wenn die Kunden sich jetzt den großen Monopolisten zuwenden würden. „Bitte bleiben sie uns als Kunde treu, damit es uns weiterhin geben wird“, appelliert Steffen Knabe. „Eule“-Geschäftsführerin Juliane Bleis ist täglich zwischen 10 und 18 Uhr telefonisch, per Whatsapp oder SMS erreichbar (0176/32732437). Darauf verweist auch der Aushang an der Ladentür.

Auch Johannes Steinhöfel, Inhaber der Eckermann-Buchhandlung, sieht sich in der Existenz bedroht, sollten die Geschäftsschließungen über den 19. April hinaus fortbestehen müssen. Auch er setzt auf Online-Bestellungen, ist mit zwei Mitarbeiterinnen im Schichtdienst aber auch werktäglich zwischen 10 und 16 Uhr erreichbar, um Kunden-Nachfragen zu beantworten. Bestellte Ware würde ausgeliefert beziehungsweise mit der Post verschickt. Es sei Kunden strikt untersagt, den Laden zu betreten. So fällt das Stöbern im großen Buchsortiment weg, oft würden Kunden dabei auch auf unbekanntere Autoren aufmerksam. Steinhöfel schätzt die Gespräche mit ihnen, kann oft Passendes empfehlen. Das falle jetzt weg.

So gehen derzeit bei der online-Bestellung in erster Linie Titel gut, die bekannt sind und welche die Bestseller-Listen Belletristik und Sachbuch anführen. Bislang nutzen auch bei Johannes Steinhöfel und seinem Team hauptsächlich Stammkunden die Möglichkeit zur Online-Bestellung (www.eckermannbuchhandlung.de) oder greifen zum Telefon (03643/41590). „Alles, was sonst an Laufkundschaft da wäre wie auch die Touristen fallen weg. Gerade vor Ostern werde sonst nach Buchgeschenken gestöbert. „Ich glaube nicht, dass es ab 19. April wieder normal weiter geht“, befürchtet Johannes Steinhöfel ein längeres Fortdauern der Corona-Krise. Und dann würden die Einbußen für die selbstständigen Buchhändler elementar und an deren Existenz rütteln.

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