„Umsonst und in Eigenleistung“

Krautheim.  In Eigenleistung saniert der Dorf- und Heimatverein Krautheim-Haindorf das Freilichtbühnengelände. Am Samstag wurde der Bühnenboden gepflastert.

Bevor die Pflasterarbeiten beginnen konnten, musste der Bühnenboden vorbereitet werden., einige Vereinsmitglieder und Vorsitzender Rico Felkl (l.) zogen die Vereins-T-Shirts an.

Bevor die Pflasterarbeiten beginnen konnten, musste der Bühnenboden vorbereitet werden., einige Vereinsmitglieder und Vorsitzender Rico Felkl (l.) zogen die Vereins-T-Shirts an.

Foto: Christiane Weber

Wenn zum Arbeitseinsatz gerufen wird, sind die Mitglieder des Dorf- und Heimatvereins Krautheim-Haindorf zur Stelle. Das war im Juli beim Pflastern des Vorplatzes an der Freilichtbühne so und auch nicht anders, als am Samstag der Boden der Bühne grundhaft erneuert wurde. Damit misst die Fläche, die bislang in Eigenleistung und sehr fachmännisch gepflastert wurde, stattliche 1800 Quadratmeter.

Der schadhafte Betonboden war bereits am Freitag bis zum Einbruch der Dunkelheit aufgestemmt worden. Pünktlich um 8 Uhr ging die Arbeit am Samstag weiter. Während ein Teil der Helfer den Unterboden vorbereitete, fuhr Rico Felkl, Vorsitzender seit Gründung des Vereins 2018, den Schutt ab. Immerhin drei kleine Lkw-Ladungen waren dafür nötig, berichtet Vereinsmitglied Daniel Schenke. „Jeder versucht, zu helfen, wo er kann“, betont er. Jeder fühle sich mitverantwortlich für den Festplatz am Ortsrand. „Für die Gemeinde ist es der Ort, wo man sich treffen und gemütlich zusammensitzen und feiern kann“, verweist Rico Felkl auf die Bedeutung für den dörflichen Zusammenhalt.

Am Samstag stand eigentlich das Oktoberfest im Krautheimer Veranstaltungskalender. Gestiegene Corona-Zahlen und die neue Verordnung des Landkreises machten dem Verein einen Strich durch die Rechnung. Auch die geplante Mitgliederversammlung konnte deshalb natürlich nicht stattfinden. Doch untätig bleiben wollten die Vereinsmitglieder nicht und nahmen sich die Erneuerung des Bühnenbodens vor. Anstatt zu feiern, wurde gearbeitet. Die Anlage stammt noch aus DDR-Zeiten, bislang war nicht viel in ihre Erneuerung investiert worden, berichtet Felkl.

Wer nun denkt, das neue Pflaster wurde im Baustoffhandel erworben, irrt gewaltig: Die Pflastersteine waren bereits in Sömmerda in Gebrauch, mussten dort aber wegen Erneuerung weichen. Auf Vermittlung der Firma Köhler Bau GmbH Weißensee gingen die Steine nach Krautheim. „Alles umsonst und in Eigenleistung“, sagt Rico Felkl. Denn die Steine mussten selbst ausgebaut und transportiert werden. Immerhin 85 Paletten füllte das Baumaterial, das in drei Lkw-Ladungen zum neuen Bestimmungsort transportiert wurde. Von großem Vorteil sei es, dass sich unter den Vereinsmitgliedern viele Gewerke finden.

Ganz ohne technisches Gerät kamen die fleißigen Helfer am Samstag dennoch nicht aus: Die Firmen BMC Zeunemann aus Krautheim und UTL Daasdorf unterstützten mit Radlader und Bagger. Auch wenn der Bühnenboden jetzt erneuert ist, ganz beendet sind die Arbeiten an der Freilichtbühne noch nicht. Das nächste Bauprojekt hat Rico Felkl bereits im Blick: Auch der Weg am Feuerwehrgerätehaus soll gepflastert werden. Auch dafür sind noch Steine übrig.