Unbekannte beschmieren Gedenkstelen für Weimarer Persönlichkeiten

Weimar.  Innerhalb einer Woche haben Unbekannte mehrere Gedenkstelen in Weimar verunstaltet. Der Sachschaden ist gering; vielmehr entsetzt der Umgang mit der Geschichte.

Die Verursacher verunstalten Fotos bis zur Unkenntlichkeit, machen biografische Texte unleserlich und radieren Zitate und Gesichter aus.

Die Verursacher verunstalten Fotos bis zur Unkenntlichkeit, machen biografische Texte unleserlich und radieren Zitate und Gesichter aus.

Foto: Polizei

Unbekannte haben in Weimar eine Reihe von Gedenkstelen beschmiert, die an bedeutende Persönlichkeiten der Stadt erinnern. Betroffen sind Info-Tafeln für den Buchenwald-Häftling Stephane Hessel, den Weimarer Ehrenbürger August Fröhlich, die Frauenrechtlerin Hedwig Kettler und das erste offen in gleichgeschlechtlicher Liebe lebende Paar Dora Wibiral und Dorothea Seeligmüller. Die vier Stelen wurden im Zeitraum vom 5. bis zum 9. November mit schwarzer Farbe besprüht .

Insgesamt elf Stelen waren vom Förderverein „Weimarer Rendezvous mit der Geschichte“ im Stadtgebiet - genauer gesagt im Bereich Trierer Straße/Lisztstraße, Belvedere Allee und an der Katholischen Kirche - aufgestellt worden. Sie vermitteln Informationen zu Persönlichkeiten, denen ein besonderer Verdienst im Kampf gegen Faschismus, für Gleichberechtigung und Demokratie zugesprochen wird.

„Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere hundert Euro, allerdings sind es eher der Umgang mit der Geschichte und die damit verbundene Missachtung der Weimarer Kultur, die hier so schwer ins Gewicht fallen“, erklärte die Polizei. Sie sucht nun nach möglichen Zeugen.

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