Ungewisse Zukunft für neuen Club in Legefeld

Jens Lehnert
| Lesedauer: 3 Minuten
Bereits beim Legefelder Tag der offenen Höfe Anfang September warb der Jugendclub für sein Wiedereröffnungsfest.

Bereits beim Legefelder Tag der offenen Höfe Anfang September warb der Jugendclub für sein Wiedereröffnungsfest.

Foto: Jens Lehnert

Legefeld.  Legefelds Jugendliche feiern am Samstag ihren wieder gewonnenen Treff – und wissen nicht, wie lange er Bestand hat.

Der Legefelder Jugendclub feiert am Samstag, 24. September, von 15 bis 21 Uhr an der Parkallee seine Wiedereröffnung. Nach längerer Pause haben sich engagierte Eltern seit dem Frühjahr ein Herz gefasst, die Räumlichkeiten im Seitengebäude der Grundschule ehrenamtlich neu zu beleben. Jetzt soll das gefeiert werden. Wie lange der Nachwuchs hier bleiben kann, steht allerdings noch nicht fest.

Einige Zeit habe der Club im Ruf gestanden, nur noch Partyzone für ältere Jugendliche zu sein. Die Nachbarschaft sei nicht umhin gekommen, Beschwerden ob der Lautstärke dort und der mangelnden Ordnung loszuwerden, sagte Ortsteilbürgermeisterin Petra Seidel. Das endete erst, als der Jugendclub geschlossen wurde.

Daran, dass ein fester Treff für Kinder und Jugendliche im Ort fehlt, störte sich auch Sabrina Spange. Die Legefelder Mutter suchte sich Gleichgesinnte, mit denen sie ehrenamtlich den Club flottmachen und auch betreiben wollte. Mit Geld aus einem Preisausschreiben konnten für den Jugendclub ein Geschirrspüler, ein Kühlschrank, ein Herd und ein Sofa gekauft werden. Weiteres Mobiliar und Inventar schafften die Eltern aus eigener Tasche an und konnten außerdem zahlreiche Unterstützer dazu bewegen, ebenfalls etwas für die Einrichtung zu erübrigen. Das habe Mut gemacht, bereits für die Sommerferien ein Programm anzubieten. Wie in anderen Jugendclubs üblich, wollte Sabrina Spange dabei auch mit ihren Kids gemeinsame Mahlzeiten zubereiten.

Wunsch nach Herdanschluss bringt Stein ins Rollen

Problem: Für den neuen Herd war kein Drehstrom-Anschluss vorhanden. Die Legefelder fragten deshalb bei der Stadt, ob diese im Club einen solchen installieren könne. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke summierte den Aufwand auf rund 4500 Euro, was den Legefeldern doch sehr erheblich vorkam. Ob es nicht günstiger gehe, sollte ein Vor-Ort-Termin mit der Stadtverwaltung und weiteren Elektrofachleuten klären.

Günstiger wurde es nicht. Die nochmalige Begutachtung stellte dem technischen Zustand des Clubs ein ernüchterndes Urteil aus. Dem Haus fehle ein Blitzschutz, die Elektroinstallation sei völlig veraltet und die Sicherungen nicht auf dem erforderlichen Stand. Es stand zu befürchten, dass der Jugendclub gar nicht wieder hier einziehen könne.

Die Frage nach dem „ganz oder gar nicht“ stellt sich vorerst zum Glück nicht mehr. Die Stadt schätzt das Risiko inzwischen als so gering ein, dass die Nutzung der Räume prinzipiell möglich ist, auch, weil sie neue Steckdosen mit FI-Schutzschalter installieren ließ. Lediglich auf einen Drehstromanschluss für den Herd muss der Club weiterhin verzichten. Um diesen fachgerecht herzustellen und die übrigen Makel zu beseitigen, seien 15.000 Euro nötig.

Ohnehin wäre das wohl nur eine Investition in ein Provisorium. Voraussichtlich zum Jahreswechsel will die Stadt das Grundschulgebäude samt den Clubräumen darin der Wohnstätte übertragen, um das Haus ab 2024 generalsanieren zu lassen. Legefelds Schüler sollen während der schätzungsweise zweijährigen Bauzeit in der vormaligen Diesterwegschule an der Windmühlenstraße unterkommen. Was aus dem Jugendclub wird, ist ungewiss. Mit einem anderen Raum, der der Clubarbeit auch nur halbwegs gerecht würde, kann der Ortsteil nicht dienen.