Viel mehr Totholz in den Kronen der Weimarer Bäume

Weimar  Jeder dritte Baum auf dem Hauptfriedhof ist nach mehreren trockenen Sommern geschädigt

Das Totholz auf dem Friedhof Weimar hat deutlich zugenommen.

Das Totholz auf dem Friedhof Weimar hat deutlich zugenommen.

Foto: Michael Baar

Kein Grund zur Panik, aber Anlass genug für erhöhte Aufmerksamkeit besteht nach Einschätzung von Eckart Göbel für Passanten auf dem Historischen und dem Hauptfriedhof in Weimar. Nach mehreren trockenen Sommern haben die obligatorischen Baumkontrollen einen deutlichen Zuwachs an Totholz ergeben, der sich auf die Verkehrssicherheit auswirken kann, sagt Göbel, der im Grünflächen- und Friedhofsamt der Stadt für den Baumbestand verantwortlich ist.

Bei etwa einem Drittel der rund 3500 Bäume auf dem Friedhof bestehe Handlungsbedarf. Mitarbeiter und Gewerbetreibende, die regelmäßig auf dem Friedhof arbeiten, sind bereits durch Schulungen für die Gefahrenquellen sensibilisiert worden. Privatpersonen wurden gebeten, den Friedhof nicht für Spaziergänge oder Alltagsquerungen zu nutzen.

Nach Angaben von Friedhofsleiter Dirk Eichholtz ist das Hauptgebäude samt Trauerhalle ebenso gefahrlos erreichbar wie die Fürstengruft oder die russisch-orthodoxe Kapelle auf dem Historischen Friedhof über den Weg auf der Mittelachse. Die besonders gefährdeten Bereiche wurden derweil abgesperrt. Doch auch in den nicht gesperrten Bereichen sei Aufmerksamkeit nötig, zumal die Baumkontrollen noch gar nicht alle Bereiche erfassen konnten.

Wurde der Friedhof bislang allein bei Sturmwetterlagen gesperrt, so sinke derzeit die Schwelle für solche Maßnahmen. „Wir müssen zunächst Mittel und Arbeitskräfte für die notwendigen Maßnahmen freimachen“, erläutert Eckart Göbel. Allein um den Baumbestand entlang der Hauptwege abzuarbeiten rechnet er mit sechs bis acht Wochen. Für den gesamten Friedhof könnten sich die Arbeiten bis ins kommende Jahr hinziehen. „Diese Entwicklung war im Frühjahr noch nicht absehbar“, bedauert Dirk Eichholtz.

Im Grundsatz gelte die Situation auch für den übrigen öffentlichen Baumbestand in Verantwortung der Stadt. Eine Häufung eines so alten Baumbestandes gebe es sonst allerdings nicht. Der Weimarhallenpark sei bereits vor den Open-Air-Konzerten kontrolliert und bearbeitet worden. – Das städtische Baumkataster (ohne Klassik-Stiftung) weist 27.000 Bäume aus.

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