Weimar: Auftakt im Corona-Impfzentrum Mon Ami

Weimar  Team aus Blankenhainer Praxis hat einen sportlichen Tag

Impfstellenmanagerin Katja Pfeifer misst im Weimarer Mon Ami vorsorglich das Fieber bei Hans-Otto Herrmann (89), der als zweiter Weimarer an der Reihe war. Foto: Michael Baar

Impfstellenmanagerin Katja Pfeifer misst im Weimarer Mon Ami vorsorglich das Fieber bei Hans-Otto Herrmann (89), der als zweiter Weimarer an der Reihe war. Foto: Michael Baar

Foto: Michael Baar

Ausgerechnet eine Praxis aus dem Weimarer Land besetzte am Mittwoch als erstes Impfteam das gerade eröffnete Impfzentrum in Weimar. Ausgerechnet deshalb, weil die Impfzentren im Weimarer Land erst am 3. Februar in Apolda und Blankenhain öffnen sollen. Corona-Blog: Thüringen weiter Schwerpunkt der Pandemie – 17 Fälle im Oberhofer Biathlon-Tross

Der Einsatz von Ärztin Kathrin Loth und zwei Schwestern aus der Blankenhainer Gemeinschaftspraxis Loth-Günther war jedoch nicht als Ironie gedacht. Das Impfteam erhielt so die Möglichkeit, sich auf den eigenen Impfstart in zwei Wochen in Blankenhain vorzubereiten. Anders als in vielen Praxen üblich, ist in den Impfzentren beispielsweise der Arzt allein für die Patientengespräche eingeteilt, während die Schwestern die Impfungen vornehmen.

Das Blankenhainer Team hatte für den Mittwoch im Mon Ami 72 Impfdosen von Biontech/Pfizer zur Verfügung. Geimpft wurden zwischen 14 und 20 Uhr 72 Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren. Nur eine angemeldete Frau kam nicht, was bei Menschen in diesem Alter aus diversen Gründen passieren kann. So lief der Start in dieser Beziehung nahe am Idealfall.

Liste mit Nachrückern liegt bereit

Ohnehin soll keine Impfdose übrigbleiben. Dafür hat die Impfstellenmanagerin eine Liste mit Reserve-Adressen von Personen mit Priorität sowie von Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen, die noch nicht durchgeimpft sind. Auf diese Liste greift sie zurück, wenn sich Ausfälle abzeichnen. Am Mittwoch rückte die Ehefrau eines Geimpften nach, deren Termin ursprünglich an einem anderen Tag lag.

Für das Impfzentrum wurde neben dem Hygiene- auch ein Sicherheitskonzept aufgestellt. Mit der sichtbaren Polizeipräsenz am Goetheplatz hatte das allerdings nichts zu tun. Die war allein mit der Politprominenz aus Erfurt begründet: Ministerpräsident und Gesundheitsministerin wollten den Impfstart begleiten.

Weimars Oberbürgermeister war erst am Tag zuvor informiert worden – nach den Medienvertretern. Peter Kleine verzichtete deshalb auf Anwesenheit. Mit Bürgermeister Ralf Kirsten und Amtsärztin Isabell Oberbeck nahm er den von der Stadt eigens umgebauten Bereich im Mon Ami vor dem Ministerpräsidenten in Augenschein und suchte das Gespräch mit Impfstellen-Managerin Katja Pfeifer.

Impfstellen-Managerin hat alles im Blick

Während Ärzte und Schwestern nahezu täglich wechseln, sind die Impfstellen-Managerin und der ihr zugeteilte Oberstabsgefreite der Bundeswehr die festen Größen im Impfzentrum. Sie sollen vor allem den Ablauf und die begleitende Bürokratie im Auge behalten.

Um die Mediziner macht diese allerdings auch keinen Bogen. Kathrin Loth musste beispielsweise für jeden der 72 Patienten am Mittwoch sechs Stempel setzen. Dennoch war sie mit dem Auftakt und mit den Erfahrungen zufrieden: „Das war sportlich, aber wir haben es geschafft.“

Eine wichtige Erkenntnis brachte der Impfstart für das Weimarer Land. Wer dort wohnt, muss sich ausdrücklich nicht für eine Impfstelle im Landkreis anmelden, sondern kann auch das Mon Ami in Weimar nutzen. Das verkürzt besonders für die Bürger nördlich des Ettersberges den Fahrtweg spürbar.

Kosten für die Fahrt zum Impfen werden vom Freistaat Thüringen allerdings nicht übernommen. Wer beispielsweise aus Gesundheitsgründen auf einen Transport angewiesen ist, der könnte dafür seine Krankenkasse ansprechen.