Weimars zentraler Pflegestützpunkt startet am 1. April

Weimar.  Angehörige erhalten dort unabhängige Beratung und Unterstützung bei allen Fragen nicht nur zur häuslichen Pflege

Im Büro der sozialen Beratungsstelle Naht-Stelle der HTG in der Marcel-Paul-Straße 48d (Foto) sowie im Bürgerzentrum Schöndorf nimmt am 1. April 2020 Weimars zentraler Pflegestützpunkt seine Arbeit auf.

Im Büro der sozialen Beratungsstelle Naht-Stelle der HTG in der Marcel-Paul-Straße 48d (Foto) sowie im Bürgerzentrum Schöndorf nimmt am 1. April 2020 Weimars zentraler Pflegestützpunkt seine Arbeit auf.

Foto: Susanne Seide

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Spätestens seit 2012 wird in Weimar darüber diskutiert, seit April vergangenen Jahres liegt ein entsprechender Stadtratsbeschluss vor – und zum 1. April dieses Jahres soll in Weimar endlich ein neutraler Pflegestützpunkt die Arbeit aufnehmen. Das bestätigte das Rathaus auf Anfrage unserer Zeitung.

Betrieben von der Hufeland-Trägergesellschaft (HTG) im Auftrag der Stadt sowie mit Unterstützung von Kranken- und Pflegekassen als weitere Träger, wird er zunächst im Büro der Naht-Stelle in Weimar-Nord sowie im Bürgerzentrum Schöndorf angesiedelt. Mit der Fertigstellung des Neubaus Panoramablick der Konsum Gruppe in Weimar-Nord erhält er dort ab voraussichtlich Mai des kommenden Jahres eigene Räumlichkeiten. Untergebracht wird der Pflegestützpunkt in der Marcel-Paul-Straße dann in einem separaten und barrierefrei über einen Fahrstuhl erreichbaren Büro in der ersten Etage.

Einrichtung wurde bereits seit Jahren gefordert

Die Einrichtung, die seit Jahren vom Seniorenbeirat oder auch dem Sozialausschuss des Stadtrates gefordert wurde, dient in erster Linie als neutrale Anlaufstelle für pflegende Angehörige. Der Bedarf nach unabhängiger Beratung ist groß. Denn rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Weimar werden im häuslichen Umfeld gepflegt.

Im Pflegestützpunkt erhalten Weimarer Antworten auf Fragen, die viele beim plötzlichen Eintreten einer Pflegebedürftigkeit überfordern: Wie finde ich einen geeigneten Pflegedienst? Was muss in der Wohnung verändert werden? Welche Hilfsmittel benötige ich? Welche Pflegeheime gibt es? Wo finde ich Betreuungsangebote für Demenzkranke? Welche Anträge muss ich bei meiner Kranken- oder Pflegekasse oder beim Sozialamt stellen?

Vermutlich weiß nur jeder Zweite, was ihm zusteht

Erfahrungen bereits bestehender Pflegestützpunkte in Thüringen zeigen außerdem: Vermutlich nur jeder Zweite wisse überhaupt, was ihm an finanzieller Unterstützung der Pflegekassen alles zusteht.

Ratsuchende können im Pflegestützpunkt eine umfassende und unabhängige Beratung zu den Vorschriften für die Pflegeversicherung sowie andere mögliche Leistungen und Hilfsangebote rund um das Thema Pflege erwarten, erläuterte die HTG. Geboten werde aber auch Untersützung bei der Hilfe im konkreten Einzelfall oder der Inanspruchnahme von Leistungen.

Selbsthilfegruppen sollen in die Arbeit eingebunden werden

Außerdem solle die Einrichtung Selbsthilfegruppen und Ehrenamtler mit einbinden, hieß es weiter. Um die Möglichkeiten bekannt zu machen, die die Anlaufstelle für Pflegebedürftige und Pflegende bietet, seien zudem regelmäßige Informationsveranstaltungen geplant.

Der Pflegestützpunkt werde zunächst mit einer Fachkraft besetzt, die bis zum Umzug ins eigene Büro tageweise zwischen Weimar-Nord und Schöndorf pendelt. Bei Bedarf sei angedacht, das Personal aufzustocken, betonte die Stadtverwaltung.

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