Wie Weimar am internationalen Gedenktag Holocaust-Opfer würdigt

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Die Rauminstallation von Rebecca Horn „Konzert für Buchenwald“ im alten Straßenbahndepot am E-Werk.

Die Rauminstallation von Rebecca Horn „Konzert für Buchenwald“ im alten Straßenbahndepot am E-Werk.

Foto: Roland Obst / Archiv

Weimar.  Infostand, Gedenkakt und „Konzert für Buchenwald“ am 27. Januar. Mahnende Worte der Weimarer Bündnis-Grünen.

Mit unterschiedlichen Veranstaltungen wird am Freitag in Weimar der Holocaust-Gedenktag begangen. Das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus (BgR) ist am 27. Januar mit einem Infostand und biografischen Gedenktafeln für einige Weimarer Opfer der Schoah auf dem Theaterplatz präsent. Interessierte sind von 14 bis 16 Uhr eingeladen.

Der 78. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz „sollte nicht nur dem Gedenken an die Opfer dienen, sondern auch der Mahnung an die Gegenwart“, betonte das BgR. Und weiter: „Ohne Antisemitismus hätte es die Schoah nie gegeben – der Antisemitismus ist nicht verschwunden.“ Daher gehe es auch um die Reflexion darauf, „dass die antisemitische Bedrohung mit Verschwörungserzählungen lebendig ist, und was es zu tun gilt, um neue Opfer zu verhindern“, so das BgR.

Vertreterinnen und Vertreter des Thüringer Landtags und der Landesregierung werden am Freitag zu einem Gedenkakt in der Gedenkstätte Buchenwald zusammenkommen. Erwartet werden ab 13 Uhr unter anderem Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) und der Kreisvorstand der Bündnis-Grünen. Im Zentrum steht eine Kranzniederlegung vor dem ehemaligen Krematorium. Dort wird Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner sprechen. Die Aufarbeitung der Verbrechen der Nazi-Zeit „bleibt eine immerwährende Aufgabe“, betonte der Kreisvorstand der Bündnis-Grünen. Mit Abschied der letzten Zeitzeugen bestehe die Herausforderung, „die Erinnerung wachzuhalten und zu verhindern, dass so etwas wieder geschieht“, heißt es in einer Mitteilung.

Installation wird wieder geöffnet

Mit dem einstigen KZ-Buchenwald als Mahnmal sei die Erinnerung dem Verband eine Verpflichtung, gerade in der heutigen Zeit gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus einzutreten. Diese würden auch in Weimar zunehmen. Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat zu schützen, sei die wichtigste Aufgabe einer starken Zivilgesellschaft und Regierungsverantwortung. Weimar stehe hier zusammen und zeige Gesicht.

Traditionell zum Gedenktag öffnet die Klassik-Stiftung die Rebecca-Horn-Installation „Konzert für Buchenwald“ im historischen Straßenbahndepot des E-Werks. Die Rauminstallation kann am 27. Januar von 10 und 17 Uhr kostenfrei besichtigt werden.