Doping-Prozess gegen Erfurter Arzt wird fortgesetzt

München.  Der Doping-Prozess gegen Mark S. wird am Mittwoch fortgesetzt. Die Verhandlung war nach einer Corona-Infektion eines Verteidigers ausgesetzt worden.

Vor der 2. Strafkammer am Landgericht München II unter Leitung von Richterin Marion Tischler (2.v.l.) wird das Doping-Verfahren verhandelt. Hier das Gericht am 16. September 2020 zu Prozessbeginn.

Vor der 2. Strafkammer am Landgericht München II unter Leitung von Richterin Marion Tischler (2.v.l.) wird das Doping-Verfahren verhandelt. Hier das Gericht am 16. September 2020 zu Prozessbeginn.

Foto: Peter Kneffel / AFP

Der Doping-Prozess gegen Mark S. und vier weitere Angeklagte soll am Mittwoch vor dem Landgericht München II fortgesetzt werden. Die Verhandlung vor der 2. Strafkammer war seit dem 2. Oktober ausgesetzt worden, weil sich einer der Verteidiger mit dem Corona-Virus infiziert hatte. Mehrere Verhandlungstermine fielen seither aus.

Angeklagten mussten in Quarantäne

Corona-Tests bei Prozessbeteiligten hatten bereits Anfang Oktober gezeigt, dass keine weiteren Infektionen vorliegen. Die beiden in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten mussten allerdings vorübergehend in Quarantäne.

Für den Verhandlungstag am Mittwoch waren ursprünglich vier Zeugen geladen, darunter unter anderem ein kasachischer Ski-Langläufer und ein österreichischer Radsportler vorgesehen. Das Gericht plant aktuell nach Informationen dieser Zeitung, den deutschen Ermittlungsführer in diesem Verfahren zu befragen.

Dem Hauptangeklagten Mark S. wirft die Staatsanwaltschaft in 140 Fällen verbotenes Doping, zumeist als Eigenblutdoping vor, teils gewerblich, in wenigen Fällen auch bandenmäßig begangen. Mark S. hat grundsätzlich eingeräumt, Sportler gedopt zu haben, bestreitet aber gewerbliche Interesse und Körperverletzung. Er habe aus „Liebe zum Sport“ gehandelt, heißt es unter anderem in einer von seinen Anwälten verlesenen Erklärung.

Zusätzlicher Verhandlungstag Ende Oktober

Der Prozess ist ursprünglich mit 26 Verhandlungstagen bis zum 21. Dezember geplant. Welche Auswirkungen die Unterbrechung und womöglich nicht erscheinende Zeugen haben werden, ist noch nicht abzusehen. Die Kammer hat für den 29. Oktober einen zusätzlichen Verhandlungstag vorgesehen.

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