Duell der Unschlagbaren: Hälfte der Karten verkauft

Erfurt.  Mit der Crowdfunding-Aktion wollen die Thuringia Bulls Erfurts Stadion virtuell füllen. Zehn Top-Athleten machen mit – unter anderem Heike Drechsler und Toni Eggert/Sascha Benecken.

Das Steigerwaldstadion wollen die Thuringia Bulls voll machen – rein virtuell.

Das Steigerwaldstadion wollen die Thuringia Bulls voll machen – rein virtuell.

Foto: Sascha Fromm

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Das All-Star-Team formiert sich. Die Herausforderung der Rollstuhlbasketballer der Thuringia Bulls zum fiktiven Duell der Unschlagbaren haben die Thüringer Top-Athleten angenommen. Das gemeinsame Ziel: Bis Ende Mai mögen so viele Tickets verkauft sein, dass das Erfurter Steigerwaldstadion bis auf den letzten Platz virtuell besetzt ist. Helfen sollen Fans und Förderer, Leser und Zuschauer. In der von den Korbjägern initiierten Crowd­funding-Aktion kann jeder virtuelle Tickets erwerben, deren Erlös den zahlreichen Nachwuchs-, Inklusi­ons- und Sportprojekten des Vereins zugute kommt. Immerhin: Die Hälfte der 18.600 Tickets ist schon verkauft!

Kontrahenten der Bulls und Partner zugleich sind die Thuringia All-Stars, eine Mannschaft aus zehn Sportgrößen, die das Projekt mit Sympathie begleiten. Nach den nominierten Trainern Stephan Gneupel und Frank Ullrich sowie den Mitspielern Thomas Röhler, Elisabeth Pähtz, Marcel Bräutigam und Kerstin Wohlbold stellen wir die Startnummern fünf und sechs vor.

5. Heike Drechsler , Weitsprung-Olympiasiegerin

Viel Sport – das treibt Heike Drechsler auch heute noch. „Gerade in diesen Zeiten ist das ganz wichtig“, sagt die gebürtige Geraerin, die inzwischen in Berlin lebt. So oft es geht, zieht es die zweifache Weitsprung-Olympiasiegerin raus aus dem Homeoffice – um gewissermaßen das vorzuleben, was sie täglich tut. Die 55-Jährige ist bei einer Krankenkasse im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig, hält Vorträge zur Life-Work-Balance und Motivation. Sie ahnt, wie schwer für manchen Sportler die derzeitige Ungewissheit ist und überlegt dann, wie sie selbst mit dieser Situation umgegangen wäre. Wenn Olympia um ein Jahr verschoben wird, stecke man das nicht so einfach weg.

Besondere Zeiten erfordern besondere Ideen. Die Garten-Challenge von Stabhochsprung-Weltrekordler Armantis Duplantis fand sie witzig: „So etwas lässt sich auch herunterbrechen auf die Vereinsebene.“ Ebenso angetan zeigt sich Drechsler von der Herausforderung der Bulls. „Eine tolle Aktion! Ehrensache, dass ich dabei bin“, sagt sie – und hofft insgeheim auf die Thüringer Bratwurst danach.

Fazit der Jury: Sie hat noch immer goldenen Sand in den Schuhen.

6. Toni Eggert/Sascha Benecken, Rodel-Weltmeister

Der nächste Winter begann für Toni Eggert und Sascha Benecken am 20. April. Da stiegen die dreifachen Doppel-Weltmeister in Oberhof mit den anderen Schlittenassen ins Training ein, in Kleinstgruppen zunächst und als erster Stützpunkt in Deutschland. In der Turnhalle der Kaserne am Grenzadler widmen sich die Kufenpiloten Athletik- übungen. Auch Kraftausdauertraining steht auf dem Plan. Ungewöhnlich für Rodler. „Hat aber Spaß gemacht“, sagt Sascha Benecken.

Die Rennrodler konnten die Krise bisher gut umkurven. Ihr Saisonfinale ging am 1. März über die Bühne, der Wiedereinstieg fällt in die Zeit der Lockerungen. Dazwischen lag Urlaub, der vor allem Heimaturlaub war. Den wusste Benecken, inzwischen einer der Ältesten seiner Trainingsgruppe, zu genießen: mit viel Zeit für Töchterchen Rosalie (4) und Söhnchen Jonatan (1). Im All-Star-Team ist er mit Toni Eggert gern dabei: „Wir wissen schließlich, was es bedeutet, sich aufeinander verlassen zu können.“

Fazit der Jury: Niemand schlängelt sich so gut durch alle Kurven.

Infos und Tickets: www.thbulls.com

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