„Extrem aggressive Spielweise“: FCC-Trainer will halsbrecherische Duelle in Zwickau vermeiden

Jena  Wenn der Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena am Sonntag zum FSV Zwickau reist, treffen zwei grundlegende Spielideen aufeinander. Eine Option für die Abwehr bietet sich Trainer Lukas Kwasniok.

Daniele Gabriele (links) wurde am Dienstag gegen Braunschweig vorzeitig von Trainer Lukas Kwasniok ausgewechselt.

Daniele Gabriele (links) wurde am Dienstag gegen Braunschweig vorzeitig von Trainer Lukas Kwasniok ausgewechselt.

Foto: Sascha Fromm

Daniele Gabriele redete Tacheles. Der Stürmer des FC Carl Zeiss Jena, der am Dienstag in der Partie gegen Braunschweig (0:2) nach 38. Minuten ausgewechselt wurde, griff auf einen gängigen Kraftausdruck bei der Pressekonferenz am Freitag zurück, um sein eher unglückliches Agieren am dritten Spieltag zu charakterisieren.

Doch damit nicht genug, berichtete der 24-jährige FCC-Protagonist im Medienraum des Drittligisten auch von seiner ganz persönlichen Wahrnehmung der Geschehnisse am vergangenen Spieltag. Denn als er seinen Teamkollegen Anton Donkor in eben der 38. Minute an der Außenlinie im Ernst-Abbe-Sportfeld sah, habe er schon erahnt, dass das Heimspiel für ihn wohl nun gleich Geschichte sein wird. Die Entscheidung des Trainers habe er jedoch nachvollziehen können. „Vielleicht habe ich noch einen Tick doofer als der eine oder andere gewirkt, der den Ball verloren hat“, orakelte Gabriele und schüttete fleißig Asche auf sein Haupt. Dass er dann – in diesem Fall recht früh – ausgewechselt wurde, sei Bestandteil des Geschäfts, dergleichen gehöre schlichtweg dazu, betonte der Stürmer.

Und die Pfiffe der Fans? Die habe er nur bedingt vernommen. „Auf dem Feld konzentriert man sich ja zuerst auf die Leistung und weniger auf das, was die Fans draußen machen“, resümierte Daniele Gabriele. Und es sei eben seine eigene Leistung gewesen, mit der er gehadert habe – und zwar nicht zu knapp.

Zweifelsohne habe Daniele Gabriele kein großes Spiel gegen Braunschweig dargeboten, doch auch anderen in den Reihen des FCC sei es so ergangen, sagte Lukas Kwasniok. „Deswegen ist das Spiel ja auch so deutlich ausgegangen, deswegen kann es am Sonntag jedoch ganz anders aussehen“, führte der FCC-Coach weiter aus.

Rohr als Option – Schorr noch mit Problemen

Am Sonntag reisen die Kicker von der Saale gen Zwickau, zum dortigen FSV, der derzeit auf Platz 13 der Tabelle verweilt. Natürlich habe er sich alle Partien der Sachsen noch einmal angeschaut. „Das ist schon eine extrem aggressive Spielweise“, lautete das Fazit des Trainers über das Agieren der Fußballer aus der Geburtsstadt von Robert Schumann. Die Spieler von FSV-Trainer Joe Enochs würden keinen Zweikampf scheuen. Damit es aber erst gar nicht zu besagten halsbrecherischen Duellen um das Leder kommt, müsse das FCC-Personal die Räume suchen, so Kwasniok über die geradezu dialektisch daherkommenden Ansätze beider Teams.

Die Sperre von Maximilian Rohr, eine Rote Karte, die er als Altlast von Freiberg mit nach Jena brachte, ist nun auch Geschichte, sodass der Abwehrspieler gegen Zwickau eine Option sein könnte. Verteidiger Patrick Schorr wird laut Kwasniok wohl erst gegen Waldhof Mannheim am 18. August wieder spielen können, da ihn immer noch Probleme des Hüftbeugers plagen.

Ach ja, Lukas Kwasniok erinnerte daran, dass man noch 35 Spiele zu absolvieren habe, noch 105 Punkte zu vergeben seien. Es liege in der Natur der Sache, dass es etwas Zeit bedürfe, bis eine neue Spielidee fruchte, mahnte der Coach, der anschließend feinste Fußball-Poesie darbot: „Vor uns liegen noch drei Jahreszeiten, in denen wir Punkte holen können“.

FSV Zwickau – Carl Zeiss Jena, Sonntag, 14 Uhr

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