FC Carl Zeiss-Präsident Berka: „Mannschaft muss ihr Letztes geben“

Antalya.  Klaus Berka besucht den FC Carl Zeiss Jena in der Türkei und äußert sich auch über die Zukunftsoptionen von Trainer Rico Schmitt.

Der Präsident des FC Carl Zeiss Jena, Klaus Berka, beobachtet das Training des Drittligisten in Antalya.

Der Präsident des FC Carl Zeiss Jena, Klaus Berka, beobachtet das Training des Drittligisten in Antalya.

Foto: Peter Hagen

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Noch 18 Spiele und aktuell neun Punkte zum rettenden Ufer. Es ist eine sehr schwere Mission für den FC Carl Zeiss Jena, den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga auch diese Saison irgendwie zu schaffen. Doch aufgeben ist nicht, sagt Vereinspräsident Klaus Berka. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Sidney Balan wollte er dies der Mannschaft und dem Betreuerstab auch vor Ort im Trainingslager in der Türkei, wo sich die Mannschaft noch bis Dienstag befindet, signalisieren.

Beide besuchten von Freitag bis Sonntag das Hotel Melas Lara, beobachteten Rico Schmitt und seine Mannschaft beim Training sowie im Testspiel. Zwischendurch fand der 70-jährige Berka die Zeit, um über seine Eindrücke, Hoffnungen und die kommende Mitgliederversammlung zu reden.

Struktur

„Das Trainerteam arbeitet minutiös. Das ist bemerkenswert. Wir haben mit Rico Schmitt jemanden, der mit seinen Vorstellungen die Mannschaft so einstellt, dass sie motiviert in die zweite Halbserie hineingeht.“

Trainingseindrücke

„Es verstärkt sich für mich der Eindruck, dass die Mannschaft Lust, Kraft und extremen Kampfeswillen hat. Alle machen mit, der Trainer weist direkt an. Es ist wieder Mut zu spüren. Ein hervorragender Eindruck.“

Verletzte

„Ich bin höchst glücklich, dass Jo Coppens scheinbar schon wieder recht fit ist und bald zur Verfügung steht. Maximilian Rohr hat uns die ersten Spiele überzeugt. Leider ist er danach ausgefallen, muss sich jetzt erst wieder in die Mannschaft reinspielen. Das wird aufgrund des großen Spielerkreises nicht einfach sein. Doch er hat das Potenzial. Ole Käuper hat relativ starke Schmerzen im Fuß, er soll sich in Deutschland auskurieren. Bei Kilian Pagliuca ist es zum Glück nur eine Grippe, ihm geht es schon besser.“

Stammplätze

„Es muss um jeden Platz gekämpft werden. Das wollen wir, das erwarten wir. Die Mannschaft muss ihr Letztes geben, damit wir erfolgreich unsere Spiele bestreiten können.“

Fanszene

„Es ist toll, dass auch hier nach Antalya wieder Fans mitgereist sind und sich sogar an der Finanzierung des Trainingslagers beteiligten. Wir haben eine Fanszene, die muss man ausgesprochen loben für ihren Einsatz. Alle Achtung.“

Testspieler

„Wir haben einen sehr guten Spielerstamm, mit dem wir gern arbeiten. Im Sturm und in der Verteidigung wäre aber sicherlich noch ein wenig mehr Konkurrenz gut. Wir sind auf der Suche, schauen uns um. Der Transfermarkt ist bis Ende Januar offen. Wir werden sehen, ob noch passende Spieler für uns da sind, die uns sofort weiterhelfen können. Lange Zeit zur Eingewöhnung gibt es nicht und neue Spieler müssen auch zu uns wollen.“

Teamstimmung

„Die Spieler sind zusammengewachsen, jeder kommt miteinander aus. Sie sind trotz Konkurrenzkampf ein Team geworden. Das beruhigt und bestätigt die Hoffnung auf den Klassenerhalt.“

Stadionbau

„Alles läuft nach Plan. Der Zuschlag an die Bietergemeinschaft wurde im Dezember vergeben. Das freut uns sehr, da wir mit Roland Duchatelet den wesentlichen Geldgeber des Vereins mit ins Boot geholt haben. Eine Riesenchance, auch perspektivisch auf sicherer Basis unsere Spiele absolvieren zu können.“

Mitgliederversammlung

„Es wird kommenden Samstag ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Diesem steht es auch zu, einen neuen Präsidenten zu wählen. Ich will da nicht vorweggreifen. Der Verein muss entscheiden, wie der FC Carl Zeiss Jena zukünftig aufgestellt werden soll. In den abgelaufenen drei Jahren ist extrem viel passiert. Wir haben Ruhe reinbekommen und eine gute Zusammenarbeit zwischen der GmbH und dem Verein aufgebaut. “

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Mitgliederkritik

„Es ist das gute Recht unserer Mitglieder und Fans, deutlich Kritik zu äußern. In der Situation mit Lukas Kwasniok haben wir zu spät die Notbremse gezogen. Das nehme ich als persönliche Kritik an. Aber es gab auch positive Entwicklungen und wir haben eine stabile Mitgliederzahl von über 4000.“

Rückblick

„Wenn ich als Präsident zurückblicken darf: Wir konnten den Aufstieg der ersten Mannschaft in den Profifußball realisieren, haben die A- und B-Junioren in die Bundesliga gebracht. Wir haben erfolgreiche C-Junioren und eine Frauenmannschaft etabliert. Unser Budget hat sich extrem gut entwickelt. Das war eine erfolgreiche Periode aus Vereinssicht.“

Trainerkarussell

„Es war schon eine schwere Entscheidung, uns damals von Mark Zimmermann zu trennen. Wir wollen nicht zweimal im Jahr den Trainer wechseln, sondern eine Konstanz reinbekommen. Das tolle Saisonende der vergangenen Saison hat uns etwas verblendet.“

Preußen Münster

„Wir gehen davon aus, dass wir dieses Spiel gewinnen. Das steckt in jedem Kopf drin. Aber der Druck auf dem jungen Team und dem Trainer ist unglaublich hoch.“

Rico Schmitt

„Wir haben einen Vertrag mit Rico Schmitt für die dritte Liga. Falls es dann doch nicht klappen sollte, werden wir sicherlich Gespräche führen, um ihn auch in der Regionalliga zu halten. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die er macht. Er spricht mehr auf dem Platz, leitet die Spieler strategisch an. Und auch die Körperlichkeit ist bei den Jungs wieder da.“

Das Interview mit Klaus Berka im Video:

FC Carl Zeiss-Präsident zum Stand beim FC Carl Zeiss Jena
FC Carl Zeiss-Präsident zum Stand beim FC Carl Zeiss Jena

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