FCC beim CFC: Schiedsrichter Manuel Gräfe als Niederlagen-Garant

Jena  Warum sich der Tabellenletzte FC Carl Zeiss Jena die Fahrt zum Chemnitzer FC im Grunde sparen kann – oder doch nicht?

Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Jan Simak im DFB-Pokalhalbfinale am 18. März 2008 die Gelb-Rote Karte, Alexander Maul protestiert vergeblich. In sechs Spielen unter Gräfe gab es sechs Niederlagen und drei Platzverweise für Jena.

Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigt Jan Simak im DFB-Pokalhalbfinale am 18. März 2008 die Gelb-Rote Karte, Alexander Maul protestiert vergeblich. In sechs Spielen unter Gräfe gab es sechs Niederlagen und drei Platzverweise für Jena.

Foto: Tino Zippel

Der Tabellenletzte der dritten Fußball-Liga, der FC Carl Zeiss Jena, tritt am Sonnabend beim Chemnitzer FC an. Mit einem Sieg klettern die Jenaer wenigstens um einen Platz nach oben. Wir haben nach einer turbulenten Woche bei den Ostthüringern die wichtigsten Informationen vor dem Spiel zusammengefasst.

Training: Nach dem Entscheid der Klubführung, an Trainer Lukas Kwasniok festzuhalten, hat der Coach eine deutliche Reaktion in der Mannschaft gespürt. „Die Last der Unsicherheit, die vorher deutlich anzumerken war, ist abgefallen“, sagt der Fußballlehrer.

Personal: Neben den Langzeitverletzten Jannis Kübler und Matthias Kühne fehlt nur Anton Donkor, der seit Dienstag mit einem Infekt aussetzt. Die Blutwerte erlaubten kein Training. Youngster Niklas Jahn hat seine Erkältung überstanden. Kapitän Dominic Volkmer scheint nach seiner Schultereckgelenksprengung rechtzeitig fit zu werden. Am Donnerstag absolvierte er das erste Trainingsspiel. Auch wieder fit und in Chemnitz an Bord: Justin Schau, der heute seinen 21. Geburtstag feiert.

Taktik: Lukas Kwasniok will mit einer defensiv ausgerichteten Formation in Chemnitz auflaufen. Augenmerk liege auf der Verteidigung, um erstmals in dieser Saison kein Gegentor zu kassieren. Dennoch hofft er auf einen Torerfolg.

Gegner: Der CFC steht mit drei Punkten auf dem vorletzten Platz. Dem Team gelangen in dieser Saison drei Unentschieden. Sreto Ristic sitzt nach dem Rücktritt von David Bergner zum letzten Mal auf der Bank. Ihm fehlt der nötige Fußballlehrer-Schein. Patrick Glöckner, zuletzt beim Aufsteiger Viktoria Köln, soll Trainer werden. Der Jenaer Coach bescheinigt den Chemnitzern trotz der Niederlage eine gute Partie bei der Spielvereinigung Unterhaching. „Allerdings haben wir uns diesmal in der Vorbereitung ganz darauf konzentriert, unsere Abläufe zu verbessern.“ Erst in der Abschlussbesprechung werde er auf die Besonderheiten im CFC-Spiel hinweisen.

Historie: Der letzte Sieg in Chemnitz gelang im Jahr 2005. Beim damaligen 3:1 trafen Kais Manai, Mark Zimmermann und Sebastian Hähnge für den FCC.

Anreise: Während die Jenaer Mannschaft bei längeren Auswärtsfahrten vor der Partie in der Nähe des Spielortes übernachtet, fährt der Bus diesmal erst am Sonnabend. Das Team trifft sich zum Brunch mit viel Nudeln und startet gegen 11 Uhr.

Fans: Die Jenaer rechnen mit 700 Zeiss-Fans in Chemnitz. Karten gibt es nach Angaben des Gastgebers noch in ausreichender Zahl an der Tageskasse, die im Stadion an der Gellertstraße um 12.30 Uhr öffnet.

Schiedsrichter: Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe pfeift die Partie. Der FC Carl Zeiss kann sich – zumindest der Statistik nach – die Fahrt nach Chemnitz sparen. Denn bislang kam Gräfe in sechs Spielen der Jenaer zum Einsatz. Sechs Niederlagen stehen unterm Strich. Am besten im Gedächtnis ist das Spiel 2008 bei Borussia Dortmund geblieben. Im Halbfinale des DFB-Pokals zeigte der Schiedsrichter dem Jenaer Spielmacher Jan Simak binnen weniger Sekunden zweimal Gelb und verwies ihn des Platzes. Die letzte Hoffnung, das 0:1 noch zu drehen, war damit dahin. Jena verlor mit 0:3. Zuletzt pfiff Gräfe das FCC-Spiel in Cottbus in der vergangenen Saison. Endstand aus Jenaer Sicht: 1:2.

Fernsehen: Das Spiel läuft live nur beim bezahlpflichtigen Streamingdienst Magentasport. Der MDR zeigt Kaiserslautern gegen Magdeburg.

Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena, Stadion an der Gellertstraße, Samstag 14 Uhr

Umstrittener Stadionsprecher wieder im Einsatz

Beim Chemnitzer FC wird Stadionsprecher Olaf Kadner ab sofort wieder im Einsatz sein. Wie der Verein gestern mitteilte, kehrt der Moderator bereits zum Ostduell mit Jena an das Mikrofon zurück. Kadner hatte vor dem Regionalliga-Heimspiel des CFC am 9. März gegen die VSG Altglienicke vor der Südtribüne die Trauerrede für einen verstorbenen Rechtsextremen verlesen. Daraufhin hatte sich der Club von ihm und weiteren Mitarbeitern getrennt.

Kadner hatte später in einer Stellungnahme beteuert, dass ihm der Text vom Veranstaltungsleiter so vorgefertigt übermittelt wurde. „Wie auch in den letzten 22 Jahren hat sich der Stadionsprecher darauf verlassen, dass der am 09.03.2019 vorzutragende Text auch diesmal von den Verantwortlichen nach bestem Wissen und Gewissen verfasst wurde. Dieses Vertrauen des Stadionsprechers wurde missbraucht“, hieß es in der Erklärung Kadners.

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