FCC vor dem Spiel gegen Meppen: Den Erfolg unterm Radar entdeckt

Jena.  Wenn der SV Meppen am Samstag beim FC Carl Zeiss antritt, sitzt mit Mario Neumann ein alter Bekannter auf der Bank der Emsländer.

Kein Blatt Papier passe dazwischen: Christian Neidhart, Trainer des SV Meppen, und sein Co-Trainer Mario Neumann (rechts), einst Torwart in Jena.

Kein Blatt Papier passe dazwischen: Christian Neidhart, Trainer des SV Meppen, und sein Co-Trainer Mario Neumann (rechts), einst Torwart in Jena.

Foto: Tino Zippel

Eigentlich ist es keine Hexerei. Sagt Mario Neumann. Früher war er der Lockenkopf zwischen den Pfosten des FC Carl Zeiss, heute ist er Co-Trainer beim SV Meppen, dem heutigen Gegner der Thüringer. Und mit den Emsländern beweist er Jahr für Jahr, was mit einem geringen Budget und viel Überzeugung in der 3. Liga so möglich ist.

„Wir suchen Spieler, die etwas unter dem Radar verschwunden sind“, sagt Neumann. Deniz Undav sei so einer. „Er hat es in Braunschweig nicht zu den Profis geschafft, wir kannten ihn noch aus seiner Zeit in Havelse, wussten, was er kann“, sagt Neumann. „Wir laden Spieler ein, zeigen ihnen Meppen, die Umgebung, die Möglichkeiten auf“, erzählt der frühere Jenaer. Es seien nicht nur die fußballerischen Fertigkeiten entscheidend. „Auch die Familie muss sich wohl fühlen. Die Frau braucht eine Arbeitsstelle, der Junior einen Kindergartenplatz“, so Neumann. Mit Cheftrainer Christian Neidhart und Sportvorstand Heiner Beckmann durchforste man die Ligen nach Spielern, die ins Profil passen. „Bei Gegnern fällt einem immer mal einer auf, dann wird der Name notiert.“

Mario Neumann fühlt sich wohl in seiner gar nicht mehr so neuen Heimat im Emsland, hat die Rolle des Assistenten gänzlich verinnerlicht. „Ich möchte auch gar nicht in die erste Reihe. Christian und ich arbeiten als Team. Da passt kein Blatt Papier dazwischen“, sagt er.

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Die Lage in Jena sieht er durchaus kritisch. „Mathematisch ist alles noch drin. Aber der Abstand ist natürlich groß. Für uns wird das am Samstag gefährlich“, sagt Neumann. Man wisse darum, dass die Zeiss-Elf vor heimischer Kulisse um ihre letzte Chance kämpft, kratzen, beißen wird. Meppen fehlt jener Undav, der stolze 27 Torbeteiligungen hat – und maßgeblichen Anteil am Aufschwung des SVM. Auch für die Norddeutschen wird es ein wegweisendes Spiel. Ein Sieg vorausgesetzt, könnte man sogar noch das Taxi Richtung zweite Liga erwischen. Neumann wiegelt ab: „Wir wollen mal nicht übermütig werden“, sagt er. Zunächst freue er sich auf das Wiedersehen mit seinem Jena, auf die Stadt, das Paradies, die Kernberge, auf die er heute einen anderen Blick hat als früher. „Als Spieler hat man sie gehasst, weil allein der Weg nach oben furchtbar war. Als Trainer vermisse ich sie in Meppen“, sagt er und lacht. Man kann eben nicht alles haben ...

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