Jenaer Sehenswürdigkeiten auf dem Trikotärmel – Die Lichtstadt wird Premiumsponsor des FC Carl Zeiss

Jena  Die Stadt Jena will Touristen, Studierende und Fachkräfte anlocken und hofft auf Fans als gewaltfreie Botschafter.

So sieht das Logo der Kampagne für den Trikotärmel aus: Werkleiter Karl-Hermann Kliewe, Oberbürgermeister Thomas Nitzsche, Sportdezernent Benjamin Koppe und Carsten Müller von Jena-Kultur (von links).

So sieht das Logo der Kampagne für den Trikotärmel aus: Werkleiter Karl-Hermann Kliewe, Oberbürgermeister Thomas Nitzsche, Sportdezernent Benjamin Koppe und Carsten Müller von Jena-Kultur (von links).

Foto: Tino Zippel

Lange hat es gedauert, nun hat die Stadt Jena das Potenzial erkannt: Sie will die bundesweite Ausstrahlung des FC Carl Zeiss Jena nutzen, um für sich zu werben. In der neuen Saison tritt die Kommune als Premiumsponsor auf und präsentiert Jenaer Sehenswürdigkeiten auf dem Trikotärmel.

„Der FC Carl Zeiss und der Fußball sind der Imageträger Nummer eins in der Stadt. Keine andere Sportart erzielt diese Breitenwirkung“, sagt Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP). „Und das sage ich explizit, obwohl ich kein klassischer Fußballfan bin.“ Geknüpft sei das Engagement an den Wunsch über Einigkeit in der Frage, dass Gewalt im und vor dem Stadion nichts zu suchen habe. Der Klub habe sich diesbezüglich in dieser Woche schon eindeutig positioniert, hebt Nitzsche positiv hervor.

Wenn er unterwegs sei, werde Jena oft mit Zeiss-Mikroskopen oder dem Fußball assoziiert, sagt der Oberbürgermeister. Das Signet auf den Trikots zeigt den Intershop-Turm, das Zeiss-Planetarium, den Jenzig und die Stadiontribüne. Gleiche Motive sollen auch auf der elektronischen Werbebande laufen und während der Spiele die Zuschauer an den Fernsehgeräten neugierig machen.

Ein wichtiger Punkt für die Partnerschaft war die große Reichweite des FC Carl Zeiss in den sozialen Netzwerken, aber auch 150 Millionen Zuschauer bei den Fernsehübertragungen in der abgelaufenen Saison. „Das sind Werte, die mancher Zweitligist nicht erreicht“, sagt Carsten Müller, Vizechef des Eigenbetriebes Jena-Kultur.

Jena will Fußballfans und Zuschauer auf die Internetplattform Visit-Jena.de locken, um Vorzüge der Stadt wie die guten Lebensverhältnisse, Kulturvielfalt oder die Wissenschaft hervorzuheben. Die Seite sei ein „emotionales Schaufenster der Stadt“. Motto: „Willkommen im Paradies“. Im Mittelpunkt der Kampagne sollen die Fans und deren Begeisterung für den FCC stehen. „Wenn wir die Fans zu Botschaftern für Jena machen, muss sich jeder Fan darüber im Klaren sein, dass Gewalt keine Vorbilder schafft“, sagt Müller.

Sportdezernent Benjamin Koppe (CDU) verspricht sich positive Aufmerksamkeit vor allem bei jungen Menschen, die vor der Wahl ihres Studienortes stehen oder sich als Fachkräfte für eine Region entscheiden. „Wir wissen, wie sehr Jenaer Unternehmen um neue Mitarbeiter aus ganz Deutschland werben und welche Bedeutung den weichen Standortfaktoren zukommt“, sagt Chris Förster, Geschäftsführer des FC Carl Zeiss, der sich freut, wie die Stadt hinter dem Klub steht.

Die Vertragspartner wollen sich auf Nachfrage nicht zur gezahlten Summe äußern. Fakt ist, dass Premiumsponsoren direkt hinter dem Hauptsponsor als wichtigste Geldgeber rangieren und in der Regel eine fünfstellige Summe geben. Die Stadt unterstützt weiterhin die Basketballer von Science City Jena und die Frauenfußballerinnen vom FF USV Jena.

Oberbürgermeister Nitzsche lobt den FCC auch für sein Engagement im karikativen Bereich, beispielsweise mit der Unterstützung des SOS-Kinderdorfs in Gera. Er hofft, dass Spiele im Stadion „wie ein großes Familienfest in einer Wohlfühlatmosphäre“ stattfinden. Der FC Carl Zeiss sei schließlich ein wichtiger Anker in der Region, um das Umland an Jena zu binden.

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