Manuel Maranda kommt aus Innsbruck zum FC Carl Zeiss Jena

Jena  Der Fußball-Drittligist aus Jena angelt sich ein Schnäppchen für die Abwehr vom Transfermarkt – und verblüfft damit auch einen eigenen Spieler.

Der 1,88 Meter große Manuel Maranda soll die Jenaer Verteidigung stabilisieren.

Der 1,88 Meter große Manuel Maranda soll die Jenaer Verteidigung stabilisieren.

Foto: Tino Zippel

Am späten Mittwochabend waren sie sich einig, am Donnerstag 8.08 Uhr landete er schon mit der Linienmaschine aus Wien in Leipzig: Manuel Maranda wechselt vom FC Wacker Innsbruck zum FC Carl Zeiss Jena.

Der 22-jährige Innenverteidiger spielte vorige Saison 16 Mal in der öster­reichischen Bundesliga und bis 2018 in der U21-Nationalmannschaft Österreichs. Der englische Klub FC Barnsley bot 500.000 Euro Ablöse für den Fußballer. „Wir waren uns im April einig, die Verträge unterschrieben“, sagt Maranda. Doch als er im Sommer seinen Dienst antreten wollte, meldete der neue Klub den Spieler nicht an und überwies keine Transfer­gebühren an Innsbruck.

Lukas Kwasniok macht den kompletten Schnitt beim FC Carl Zeiss Jena

„Die Gründe sind mir nicht bekannt“, sagt Maranda, der aus rechtlichen Gründen bei keinem anderen Team trainieren durfte. Klagen auf Schadensersatz sind in Vorbereitung. „Ich habe mit einem Freund trainiert, war mit ihm auf dem Platz, im Kraftraum und viel laufen.“

Daniele Gabriele konnte Transfer kaum glauben

Jenas Trainer Lukas Kwasniok ging am trainingsfreien Tag gestern eine Stunde mit dem Neuen aufs Feld. Deutsche Zweitligisten haben den talentierten Abwehrspieler beobachtet, sich aber wegen der hohen Ablöse nicht um eine Verpflichtung bemüht. „Manchmal ergeben sich auf dem Transfermarkt glückliche Zufälle“, sagt Kwasniok über den für Jena ablösefreien Transfer. Geschäftsführer Chris Förster: „Vor acht Wochen hätten wir uns nicht gewagt, bei ihm anzurufen.“

Den nahen Transferschluss vor Augen suchte Maranda den Plan B. Als er vom Interesse des FCC hörte, zückte er zunächst die Land­karte auf dem Handy. Das Jenaer Trainerteam indes schaute sich viele Spiele an, um die Leistungen des Verteidigers besser einschätzen zu können. Kwasniok befragte auch Ex-Mitspieler Daniele Gabriele, der zunächst gar nicht glauben wollte, dass Jena für einen Spieler dieser Qualität infrage kommt.

Gabriele wiederum überzeugte Maranda, zum bislang punkt­losen Tabellenletzten zu kommen. „Er hat mir versichert, dass der Anspruch ein anderer ist. Wir kommen gemeinsam aus dem Tabellenkeller raus“, sagt der Abwehrspieler, der hofft, schnell Spielpraxis zu sammeln. Der Vertrag läuft bis Sommer 2021 und ist mit einer Option auf ein weiteres Jahr versehen.

„Er hilft, die Abwehr zu stabilisieren“, sagt Kwasniok und freut sich über zusätzliche taktische Möglichkeiten. Zumal er Maximilian Rohr nicht nur in der Innenverteidigung sieht, für die Jena schon Dominic Volkmer verpflichtet hat. Marius Grösch droht unter dieser Konstellation der Platz auf der Bank.

Offen ist, ob noch ein Sechser zum Drittligisten wechselt. Gespräche liefen mit einem Spieler, der mehrere Offerten hat.

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