Anna Weiß vom FC Carl Zeiss Jena: Ein Schlitzohr auf der rechten Seite

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Jenaerin Anna Weiß vom FC Carl Zeiss im Laufduell.

Die Jenaerin Anna Weiß vom FC Carl Zeiss im Laufduell.

Foto: Hannes Seifert

Jena.  Die Außenbahn bei den Zweitliga-Fußballerinnen des FC Carl Zeiss ist das Revier von Anna Weiß. Am Sonntag gastiert Jena beim VfL Wolfsburg II.

„Annika!“ Wie aus dem Nichts hallt der Vorname von Annika Grasser am Mittwochnachmittag durch das Trainingsgelände des FC Carl Zeiss Jena. Absender der lautstarken Aufforderung ist Anna Weiß, die damit ihrer Mitspielerin signalisiert, dass sie über die rechte Seite kommt – und das mit Tempo. Kurzum: Weiß fordert den Ball, um mit diesem am Fuß im nächsten Moment entschlossenen gen Tor aufzubrechen. Doch irgendwann muss sich die schnelle Mittelfeldakteurin entscheiden: Entweder legt sie das Leder quer, wenn sich denn eine Abnehmerin finden sollte, oder sie dringt im Alleingang in den gegnerischen Strafraum ein. So oder so handhabt es die 22-Jährige – ob im Training oder im Spiel. Es gibt nur die zwei Optionen.

Die rechte Seite bei den Fußball-Frauen des FC Carl Zeiss Jena gehört Anna Weiß. Zweifelsohne. Das ist ihr Revier, dort liefert sie sich Laufduelle mit ihren Kontrahentinnen, kredenzt Flanken und scharfe Hereingaben und gibt hin und wieder auch das Schlitzohr. Nicht selten spielt sie ihrem Gegenüber den Ball kaltschnäuzig durch die Beine. „Das ist genau mein Ding. Ich liebe auch unser Spielsystem, das 3-4-3. Das kommt mir sehr entgegen, da habe ich die Seite ganz für mich allein und kann richtig Gas geben“, sagt sie. Und ja, das Laufen mache ihr Spaß. „Das muss es auf dieser Position auch, denn ich muss das ja auch alles wieder zurücklaufen“, sagt Weiß, die aus der Nähe von Bautzen stammt, seit 2014 in Jena Fußball spielt und jenseits des Platzes als Physiotherapeutin arbeitet.

Favorit beim Tabellenvorletzten

Am Sonntag werden die FCC-Frauen beim VfL Wolfsburg II antreten, den Vorletzten der 2. Bundesliga Nord. „Das ist eine sehr junge Truppe, eben eine Ausbildungsmannschaft. Es kann aber immer einmal passieren, dass eine Spielerin aus der 1. Mannschaft für sie aufläuft. Meistens handelt es sich um Spielerinnen, die verletzt waren und nun wieder Praxis sammeln. Generell scheint es in ihrem Kader keine wirkliche Konstanz zu geben, denn immer wieder tauchen neue Spielerinnen auf, wodurch sie allem Anschein nach keinen Rhythmus finden. In technischer Hinsicht ist Wolfsburg zweifelsohne ein starkes Team, doch ich schätze sie nicht als sonderlich spielstark ein“, sagt Anne Pochert.

Daher spricht die Trainerin auch von einer klaren Angelegenheit, wenn sie über die Partie am 8. Spieltag sinniert: „Wir sind der Favorit, und so werden wir in die Partie auch hineingehen. Unser Tabellenplatz unterstreicht das zudem.“ Nach dem Auswärtsspiel in Gütersloh rangiert der FCC auf Platz vier.

Zwei Nationalspielerinnen fehlen

Verzichten muss Anne Pochert am Sonntag auf Stürmerin Christin Meyer, die sich an der Schulter verletzt hat. Ebenfalls nicht dabei werden Jana Petříková und Donika Grajqevci sein, die dieser Tage ihren Verpflichtungen bei ihren Nationalmannschaften (Tschechien und Nordmazedonien) nachkommen.

Und was sagt Anna Weiß über die Partie am Sonntag? „Wir wollen auf jeden Fall weiterhin ungeschlagen bleiben. Uns fehlen zwar ein paar Spielerinnen, doch dafür werden jetzt andere ihre Chance erhalten. Es wird bestimmt nicht einfach werden, aber für uns wird schon etwas herausspringen. Vielleicht sogar eine ganze Menge.“

VfL Wolfsburg II – FC Carl Zeiss Jena, Sonntag, 14 Uhr, www.soccerwatch.tv