Berlin.

Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack sieht die Nationalmannschaft bei der Fußball-EM enorm unter Druck. "Wir haben zuletzt enttäuscht. Die Reputation steht auf dem Spiel", sagte der 44-Jährige dem "Sportbuzzer".

Ballack verwies auf das Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft 2018 und die durchwachsenen Auftritte in den Länderspielen danach. Als "Aushängeschild des deutschen Fußballs" müsse die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw Wiedergutmachung betreiben. "Man ist immer zu einem Turnier gefahren, um mindestens das Halbfinale zu erreichen – da müssen wir wieder hinkommen", sagte Ballack.

Die deutsche Mannschaft sei qualitativ gut aufgestellt, habe aber auch noch einige Baustellen. "Um gegen die Topnationen zu bestehen, muss sich einiges verbessern", urteilte der frühere Mittelfeldspieler, der die EM als Experte bei Magenta TV begleitet.

Die seit längerem anhaltenden Querelen im Deutschen Fußball-Bund haben nach Ansicht von Ballack keinen Einfluss auf die Mannschaft. "So viele Berührungspunkte gibt es nicht", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi. Den Verband kritisierte Ballack scharf: "Die Außendarstellung war natürlich katastrophal. Es ging um persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten."

Zuletzt hatten DFB-Präsident Fritz Keller und Geschäftsführer Friedrich Curtius wegen des Dauerstreits ihre Posten geräumt. Ballack verwies auf den anhaltenden "Interessenkonflikt zwischen Amateuren und Profis" beim DFB und mahnte einen respektvollen Umgang an. "Jeder muss merken, dass das eine ohne das andere nicht geht und beide Seiten auch gewisse Verpflichtungen haben", sagte Ballack.

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