Digitales Hausaufgabenheft fürs Training

Arnstadt/Ilmenau.  Fußball: FSV Martinroda, SV 09 Arnstadt und SpVgg. Geratal setzen vorerst auf Individualtraining – wie lange weiß keiner

Fußball ist im Moment nur virtuell möglich. Auch die Trainingspläne der Mannschaften werden zunehmend individuell und digital ausgerichtet

Fußball ist im Moment nur virtuell möglich. Auch die Trainingspläne der Mannschaften werden zunehmend individuell und digital ausgerichtet

Foto: René Röder

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Auch der Trainingsbetrieb ist bei den meisten Fußball-Vereinen im Ilm-Kreis inzwischen eingestellt oder vorsorglich erst einmal ausgesetzt worden. Das geschah aufgrund des derzeit rasanten Verlaufs der Corona-Pandemie sowie auf Empfehlungen von Landratsamt und des Thüringer Fußball-Verbandes.

Beim Fußball-Thüringenligisten SV 09 Arnstadt ist sogar eine voraussichtliche Dauer benannt worden. Dort gilt eine Trainings- und Wettkampfpause vorerst bis mindestens 27. März. Wie der Sportliche Leiter des Vereins, Hagen Becker, mitteilt, „haben sich die Leiter aller Abteilungen, Jugendtrainer und der Vorstand besprochen. Wir kamen zu dem Entschluss, bis einschließlich Freitag, 27. März, den Trainings- und Wettkampfbetrieb aller Abteilungen einzustellen. Dieser Schritt war notwendig, um unseren fürsorglichen Pflichten zum Schutz aller Kinder, Jugendlichen, deren Familien und allen Vereinsmitgliedern nachzukommen“, so Becker. Beim SV 09 Arnstadt beobachte man die Lage nun und werde in anderthalb Wochen die Situation neu bewerten.

Komplett eingestellt ist der Spielbetrieb durch den TFV und den Kreisfußballausschuss Mittelthüringen im ganzen Ilm-Kreis zunächst bis einschließlich 31. März.

Auch bei der SpVgg. Geratal ist das Training zunächst ohne terminliche Vorgabe eingestellt. Co-Trainer Robin Keiner: „Nachdem sich die Lage täglich verändert, hat die Vereinsführung entschieden, den Trainingsbetrieb bis auf weiteres erst einmal einzustellen. Wie lange, das wird Anfang der Woche entschieden.“ Geratals nächste Hoffnung auf ein Spiel ist für Sonntag, 5. April, in Teistungen angekreuzt. Der SV 09 Arnstadt würde tags zuvor beim SC 03 Weimar spielen.

Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) entschied, dass der Spielbetrieb in seinem Verantwortungsbereich – also auch der Oberliga – bis einschließlich 22. März eingestellt wird. Auch hier gab es Empfehlungen, was das Training betrifft. In einer NOFV-Rundmail bat der Verband die Oberligisten vor dem Wochenende „verantwortungsvolle Entscheidungen zum weiteren Trainingsbetrieb und bei der Risikobewertung aller Bereiche zu treffen“. Beim FSV Martinroda beriet man sich schon Donnerstag und entschied zwar das Mannschaftstraining vorerst bis 23. März auszusetzen, aber den Fußballern einen individuellen Hausaufgabenplan mitzugeben, der ganz „virenfrei“ per Mail oder WhatsApp an die Spieler ging und auch die Auswertung umgekehrt digital erfolgt.

Erarbeit haben die Pläne der Trainer Robert Fischer und Co-Trainer Sandro Kubitza, der als selbst erfolgreicher Leichtathlet und ehemaliger Bobfahrer in Sachen Konditions- und Aufbautraining über große Erfahrung verfügt. Solche Pläne werden individuell nach Fitness-Stand des jeweiligen Sportlers sogar über einen längeren Zeitraum erstellt und dann ganz individuell von den Sportlern selbst umgesetzt“, verriet Sandro Kubitza vor genau vier Wochen in einem eigentlich ganz anderen Zusammenhang. Da ging es um das Aufbautraining von Marco Pusch nach dessen Kreuzbandriss. Im Rahmen des des Abschluss-Tests vor dem Rückrundenstart gegen Fahner (6:0) fieberte Marco Pusch hinter dem Tor 90 Minuten lang mit Medizinball, Trittbrett, Iso-Matte und allerlei anderen Gerätschaften aktiv mit und verriet: „Die Steigerungen im Pensum sind je nach Dauer und Fitness-Zustand vorgegeben und die Ergebnisse werden vom Physioteam und den Ärzten ausgewertet.“

Damit das Alleintraining nicht langweilig wird, sind die Trainingspläne vielseitig und enorm abwechslungsreich ausgelegt. Pusch: „Wenn es gar nicht anders geht und man nicht mit der Mannschaft trainieren kann, ist das eine durchaus gute Möglichkeit. Und da es auch kein Dauerzustand ist, motiviert jeder noch so kleine Fortschritt ungemein.“

Für die nächsten Wochen werden die 28 fiten wie angeschlagenen Martinrodaer Oberliga-Kicker nun aber auch erst einmal alle sich mit ihrem digitalen „Hausaufgabenheft“ beschäftigen und in Form halten müssen. War Martinroda dieses Wochenende durch den Rückzug Hohenstein-Ernsthals ohnehin spielfrei, ist vorerst nur das Punktspiel gegen Merseburg am 21. März abgesetzt. Die nächste mögliche Spielgelegenheit wäre in drei Wochen für 4. April beim VFC Plauen möglich, aber sehr wahrscheinlich erscheint dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich.

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