FSV Martinroda: Jenas Zweite zu stark für Oberliga-Neuling

Martinroda.  Oberliga-Aufsteiger spielte lange gut mit, musste dann aber die Stärke des FC Carl Zeiss Jena II beim 0:2 anerkennen.

Schwer zu entkommen: Der Ex-Jenaer Marc Andris (Martinroda/r.) versucht dem aus Unterhaching stammenden Moritz Leibelt zu überspielen

Schwer zu entkommen: Der Ex-Jenaer Marc Andris (Martinroda/r.) versucht dem aus Unterhaching stammenden Moritz Leibelt zu überspielen

Foto: René Röder

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Den Freitagabend im nicht ganz optimal ausgeleuchteten Sportpark in Martinroda überstrahlte immer noch der Pokalstreit um das Freilos im Landespokal. Martinroda bekam Recht und steht erstmals im Landespokalfinale am 23. Mai, möglicherweise in Jena und gegen den FC Carl Zeiss. Der schickte Freitag erst einmal seine U21-Talente zum Oberliga-Punktspiel und bewies, dass sich selbst im Falle eines Drittliga-Abstieges da enormes Potenzial schlummert. „Das sieht man schon, dass das ein ganz anders Kaliber ist. Die jungen Leute trainieren viel intensiver, sind gut ausgebildet schnell und wild“, so Martinrodas routinierter Tommy Müller, der ja auch schon unter Profibedingungen in Cottbus, Halberstadt oder Plauen trainierte. „Das ist eine Spitzenmannschaft, zeigt uns nur, dass wir immer noch was drauflegen können und müssen“, so Müller, der zwischen Wasungen und Martinroda tingelt.

Das Spiel war trotz aller taktischen Prägungen sehr intensiv, nicht schlecht, zwar relativ chancenarm, aber unglaublich schnell. Die Martinrodaer versuchten einiges, nicht alles gelang und im Grunde zwei Abwehrfehler kosteten zumindest einen Punkt. Beim 0:1 konnte Roschlaub den gerade eingewechselten Fiedler nicht halten, der passte auf den ebenso „frischen“ Weiß, der clever ins lange rechte Eck lupfte (64.).

Weiß rockte übrigens mit seinem außergewöhnlichen Haarstyling schon einmal tagelang die sozialen Netzwerke nach einem Drittliga-Kurzeinsatz letzten Herbst. Ebenfalls im Ansatz vermeidbar war dann die Szene beim 0:2: Modler lief pfeilschnell nach Weiß-Pass durch, Al-Saaed legte ihn innerhalb des Strafraums. Elfmeter! Vertretbar. Doch dass der Syrer dann die rote Karte sah, er soll der letzte Mann gewesen sein, war knifflig. Parallel beim Foul liefen auch Roschlaub und Nowak mit. Schlegel verwandelte den Elfer rechts, Knojevis war fast dran, aber eben nur fast (81.).

Martinrodas Jannis Zimmermann: „Bis dahin hatten wir das in der Abwehr gut gemacht, in der zweiten Halbzeit dann aber oft zu breit gestanden, das bot Jena Räume.“ Die 2:0-Führung im Rücken reichte den seit Oktober unbesiegten Zeissianern dann, um den Sieg einzufahren.

„Wir wussten, dass gegen Jena alles hätte stimmen müssen, um zu punkten. Wir hätten unsere wenigen Chancen nutzen müssen“, so Martinrodas Trainer Robert Fischer. Vor dem 0:1 stand das Spiel immer auf der Kippe. So traf Griebel den Pfosten (27.), gegenüber Modler ebenso (12.). Und Jenas Piplica verzog freistehen (43.).

Erst Jenas Tempoverschärfung mit Wiederbeginn und die Einwechslung einiger Joker machte es dem Neuling Martinroda schwerer mitzuhalten – vor allem beim Kurzpass-Spiel der Zeiss-Youngster. Dennoch hatte Hertel noch einmal die große Führungschance, zog den Ball aber knapp über das Jenaer Gebälk (59.).

„Man hat gesehen, wie sich der Trainingsaufwand und die Ausbildung bei Jena in Qualität niederschlägt“, analysierte Martinrodas Trainer Robert Fischer abschließend fast etwas neidisch.

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