Aus für FC Rot-Weiß Erfurt: Spielbetrieb wird voraussichtlich eingestellt

Erfurt.  Das Ringen um eine Zukunft des Profifußballs beim FC Rot-Weiß Erfurt ist gescheitert. Der Regionalligist wird sich wahrscheinlich am kommenden Montag aus dem Spielbetrieb zurückziehen.

Der FC Rot-Weiß Erfurt ist pleite und steht damit als erster Absteiger aus der Regionalliga fest.

Der FC Rot-Weiß Erfurt ist pleite und steht damit als erster Absteiger aus der Regionalliga fest.

Foto: Andreas Wetzel/Sascha Fromm

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Insolvenzverwalter Volker Reinhardt informierte am Freitagnachmittag die Mannschaft und Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt über die neue Entwicklung. „Bis heute Mittag, 15:00 Uhr, hat kein möglicher Investor entschieden, beim RWE einzusteigen. Der wegen des Transferfensters vorgegebene Entscheidungszeitraum war für die Interessenten zu kurz. Der Spielbetrieb von Rot-Weiß Erfurt muss daher voraussichtlich am kommenden Montag eingestellt werden“, teilte der Klub in einer Erklärung mit.

„Wenn sich bis einschließlich Sonntag keine Lösung abzeichnet, muss ich die Reißleine ziehen“, sagte Reinhardt. „Wir wollen den Spielern unbedingt die Möglichkeit erhalten, zu einem anderen Verein zu wechseln.“

FC Rot-Weiß Erfurt steht als erster Absteiger fest

Der Thüringer Traditionsverein, der 1966 gegründet worden war, würde im Falle einer Abmeldung als erster Absteiger aus der vierten Liga fest. Alle Spiele des Tabellen-14. Werden in diesem Fall annulliert. In 19 Punktspielen erzielte Erfurt 19 Zähler und 18:27 Tore. Dieser Bilanz lagen vier Siegen, sieben Unentschieden und acht Niederlagen zugrunde.

Der FC Rot-Weiß könnte dann auch nicht am Halbfinale um den Thüringer Landespokal am 28./29. März antreten. Erfurt hatte sich im Viertelfinale beim Thüringenligisten SV 1879 Ehrenhain mit 4:1 durchgesetzt. Wie verfahren wird, ist offen.

Im Zuge des drohenden Rückzuges von Ligarivale Wacker Nordhausen hatte Sven Wenzel vom Thüringer Fußball-Verband (TFV) erklärt, dass es keine Regelung gebe. Man werde eine Einzelfallentscheidung treffen. Es sei seit Einführung des Landespokals in der Saison 1990/1991 noch nicht vorgekommen, dass eine Mannschaft während des Wettbewerbs den Spielbetrieb eingestellt hat.

Drei Spielern liegen Angebote anderer Verein vor

Die Erfurter Spieler haben noch die Möglichkeit, bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar einen neuen Verein zu finden. Schon in den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass drei Spielern konkrete Angebote vorliegen. Lukas Novy kündigte an, im Falle eines Rückzuges aus der vierten Liga in seine Heimat Tschechien zurückzukehren.

Das oberste Ziel ist die Erhaltung des Nahwuchsleistungszentrums (NLZ), um damit den Spielbetrieb der Kinder- und Jugendmannschaften fortzuführen. Das soll gelingen, indem dieser Teil des Vereins aus dem seit dem Frühjahr 2018 laufenden Insolvenzverfahren herausgelöst wird. Die erste Mannschaft könnte schließlich in der kommenden Saison einen Neustart in der Oberliga starten.

Die dramatische Entwicklung war entstanden, nachdem die geplante Ausgliederung der Profiabteilung in die FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH gescheitert war. Insolvenzverwalter Volker Reinhardt und zwei der drei Investoren fechten inzwischen sogar juristische Auseinandersetzungen aus.

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