Becken als Option für Rot-Weiß Erfurt – Ultras appellieren an Verein

Erfurt  Beim Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt könnte Pierre Becken zurück in die Startelf rücken. Die Erfordia Ultras kündigen Protest an.

Pierre Becken, der beim Auftakt in Berlin noch zuschauen musste, könnte am Mittwoch gegen Leipzig beim FC Rot-Weiß wieder dabei sein.

Pierre Becken, der beim Auftakt in Berlin noch zuschauen musste, könnte am Mittwoch gegen Leipzig beim FC Rot-Weiß wieder dabei sein.

Foto: Frank Steinhorst

Von einer Verkettung vieler unglücklicher Umstände war die Rede. Demütig formulierte man die Entschuldigung und versprach Besserung. Gerne hätte Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt solche Probleme, mit denen sich der 1. FC Lok Leipzig herumschlagen muss. Weil beim erfolgreichen Saisonstart gegen Hertha BSC II (2:1) statt frischem Bier nur schaler Schaum an die Fans ausgeschenkt wurde, kroch der Stadioncaterer der Sachsen nun öffentlich zu Kreuze.

Auch RWE-Trainer Thomas Brdaric bemühte sich angesichts des sportlichen 0:2-Fehlstarts bei Viktoria Berlin, erst gar keine Unruhe aufkommen zu lassen. „Man darf nicht nach einem Spiel alles infrage stellen“, sagte der 44-Jährige vor dem Heimdebüt seiner Mannschaft am morgigen Mittwoch gegen den Rivalen aus der Messestadt. Erst nach sechs Spielen sei eine seriöse Einschätzung der Leistungsstärke möglich.

Entwarnung bei Alexander Schmitt

Druck bekommt der Verein derweil von Teilen der eigenen Fans. Die Erfordia Ultras haben in einem offenen Brief an den Klub appelliert, ihre einstudierten Choreografien nicht zu beschneiden und stellten dazu Forderungen auf. So zum Beispiel erwarten die Ultras, dass sie frei entscheiden können, auf welche Art und Weise sie ihre Mannschaft anfeuern und kündigten deshalb für das Leipzig-Spiel einen Protest der Kurve in den ersten zehn Minuten an.

Dabei könnte die Erfurter Elf durchaus die uneingeschränkte Unterstützung von der ersten Minute gut gebrauchen. Denn eine Konfusion der Defensive, wie sie beim 0:2 in der zweiten Halbzeit gegen Viktoria Berlin stattgefunden hat, darf es nicht noch einmal geben. Wohl auch deshalb stellte Trainer Brdaric kleine Änderungen in der Startformation in Aussicht. Er könnte damit auch Pierre Becken gemeint haben, der zum Saisonstart zuschauen musste.

Während der Abwehrspieler liebend gern auf dem Rasen dabei gewesen wäre, sprach Brdaric nach einer Mandelentzündung seines Spielers von Trainingsrückstand als Grund für dessen Nichtberücksichtigung. Nun stellte der Trainer die Stärken des 31-Jährigen heraus. „Pierre ist eine Option. Er ist auf dem Feld, aber auch außerhalb, eine Führungsfigur.“

Ob Neuzugang Alexander Schmitt sein Pflichtspieldebüt im Erfurter Trikot geben wird, stand gestern noch nicht fest. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler, der sich in Berlin kurzerhand als Kameramann für die spätere Videoanalyse betätigte, unterzog sich nach seinem Sturz auf die Schulter noch einmal einer genauen Untersuchung. Dabei aber gab es Entwarnung. Es ist weder irgendein Band gerissen, noch ein Knochen gebrochen. Ob Schmitt spielen könne, hänge von seinem Schmerzempfinden ab, so Brdaric.

Die Niederlage von Berlin, aber vor allem der dürftige Auftritt nach dem Seitenwechsel, hat die Mannschaft in sachlicher Art analysiert. Die Schwächen in der Defensive begründete der Trainer mit einer schlampigen Spieleröffnung. Vielmehr allerdings wollte er die guten Momente des Saisonstarts in den Fokus rücken und nannte dabei vor allem den Pfostenknaller von Neuzugang Marc Brasnic (19.) und den Kopfball von Abwehrrecke Petar Lela (34.). „Wir müssen die Ruhe bewahren und das Glück erzwingen“, sagt Brdaric, der alles dafür tun will, dass den Leipzigern keine Zeit mehr bleibt, über schales Bier zu philosophieren.

FC Rot-Weiß Erfurt – 1. FC Lok Leipzig, Mittwoch, 19.30 Uhr, Stadion öffnet 18.30 Uhr

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