Doppelter Neuanfang für Aydemir beim FC Rot-Weiß Erfurt

Weißensee  Nach einem missglückten Intermezzo in Bosnien will Selim Aydemir beim FC Rot-Weiß Erfurt als Führungsspieler vorangehen.

Bereicherung: Selim Aydemir bietet den Erfurtern offensiv neue Möglichkeiten.

Bereicherung: Selim Aydemir bietet den Erfurtern offensiv neue Möglichkeiten.

Foto: Frank Steinhorst

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Mit den Schuhen in der Hand lief Selim Aydemir vom Weißenseer Sportplatz in Richtung der etwas entfernt liegenden Kabine. Der Gesichtsausdruck verriet: Trotz der 1:3-Niederlage gegen den Drittligisten FSV Zwickau war der Neuzugang mit dem Testspiel nicht unzufrieden. Unabhängig von der Torvorlage zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Rico Gladrow überzeugte Aydemir mit Offensivdrang und klaren Ansagen an die Mitspieler.

„Bei Testspielen sind die Ergebnisse ja eher relativ. Wir müssen das, was der Trainer von uns fordert, gut umsetzen. Im Vergleich zum Spiel gegen Hannover II sind wir eine Stufe höher gekommen“, sage der Offensivmann.

Aydemir und der FC Rot-Weiß – das kann eine sich für beide Seiten lohnende Chance sein. Der gebürtige Kieler freut sich, erneut in Deutschland Fußball spielen zu können. Vor einem Jahr stieg er mit dem türkischen Verein BB Erzurumspor in die Süperlig auf. Verletzungsbedingt kam Aydemir nur auf vier Ligaspiele, danach wechselte er zum bosnischen Erstligisten Celik Zenica. Mangels fehlender Spielerlaubnis kam er aber in der Liga nicht zum Zuge.

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„Ich war fit, hatte aber keine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung bekommen, weil Bosnien nicht in der EU ist. Das hat sich alles in die Länge gezogen. Mir war schnell klar, dass ich meinen Vertrag auflöse und wieder nach Deutschland zurück gehe, obwohl ich noch ein Jahr Vertrag gehabt hätte“, erklärt der 28-Jährige die schwierige Situation.

Obwohl ihm mehrere Optionen in Deutschland zur Auswahl standen, kam jedoch der Kontakt aus Erfurt gelegen. Er kennt den „Fußball- Osten“, wie Aydemir es ausdrückt, bestens. Vor der Erfurter Zeit lief er unter anderem schon für den Halleschen FC – Gegner im freundschaftlichen Vergleich am Samstag – und den Chemnitzer FC auf. „Rot-Weiß ist ein Traditionsverein. Als das Interesse bekannt wurde, habe ich nicht lange überlegt und zugesagt“, sagt er überzeugt.

Dass der Verein in den letzten Jahren nicht unbedingt das beste Bild abgab, ist für Aydemir zweitrangig. „Der Verein hat eine schwierige Zeit hinter sich und wir stecken noch in einer schwierigen Zeit. Aber wir sitzen gemeinsam in einem Boot und wissen, wo es langgehen muss“, sagt er. Die Vorfreude auf die neue Saison sei groß. „Ich möchte am Projekt Neuaufbau gerne mitarbeiten. Die Jungs sind hungrig und willig, und der Trainer hat einen guten Mix aus Zuckerbrot und Peitsche. Als erfahrener Spieler möchte ich diese gerne weitergeben“, blickt er bereits voraus.

Testspiel: Rot-Weiß Erfurt – Hallescher FC, Samstag, 14 Uhr, Steigerwaldstadion

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