Rot Weiß Erfurt gegen Lok Leipzig: Ein Mann sieht rot

Leipzig.  Wie der Platzverweis von Pierre Becken die 1:2-Niederlage von Regionalligist Rot-Weiß Erfurt gegen Lok Leipzig einleitet.

Erfurts Pierre Becken (2. von rechts) sieht von Schiedsrichter Pascal Wien nach einer Tätlichkeit im Spiel gegen Lok Leipzig die Rote Karte.

Erfurts Pierre Becken (2. von rechts) sieht von Schiedsrichter Pascal Wien nach einer Tätlichkeit im Spiel gegen Lok Leipzig die Rote Karte.

Foto: Frank Steinhorst

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Pierre Becken brannten die Sicherungen durch, aber immerhin fand der Abwehrspieler nach dem Abpfiff selbstkritische Worte. „Das darf nicht passieren, dass ich mich zu solch einer Aktion hinreißen lasse“, sagte Becken, der bei der 1:2 (1:0)-Niederlage des FC Rot-Weiß vom Feld flog (43.). Von draußen musste er zuschauen, wie seine Elf gegen Lok Leipzig erst die Führung, dann ganz und gar einen möglichen Punktgewinnen aus der Hand gab.

RWE gegen Lok: Hitziges Duell mit vielen Fouls

In dem hitzigen Duell mit vielen Fouls hatte sich jene Szene angedeutet. Als es im Mittelfeld zu einer Rudelbildung kam, streckte Becken plötzlich seinen Arm aus, sein Gegenspieler landete auf dem Rasen. „Das war kein Schlag, die rote Karte war zu hart“, verteidigte sich der Erfurter, dem hinterher klar war, was sein Aussetzer bewirkt hat: „Wenn ich nicht vom Platz geflogen wäre, hätten wir nicht verloren.“

Den letzten Platzverweis hatte Becken vor fast fünf Jahren kassiert. Damals noch im Trikot des FC Carl Zeiss musste er im Mai 2015 beim 1:2 gegen Zwickau wegen Beleidigung vom Feld und fehlte zwei Punktspiele. Fest steht bislang, dass Becken auf jeden Fall zum ersten Duell des neuen Jahres zu Hause gegen Spitzenreiter Cottbus (1./2. Februar) zuschauen muss.

RWW-Spieler Surek: „In Unterzahl war es nicht einfach“

Die rote Karte zog umgehend erste Konsequenzen nach sich. Trainer Robin Krüger nahm sofort Offensivmann Marc Brasnic vom Platz und brachte mit Burim Halili einen weiteren Mann für die Defensive.

Dabei hatte das Gastspiel in Leipzig für die Thüringer zunächst einen verheißungsvollen Verlauf genommen. Praktisch aus dem Nichts hatte Sinisa Veselinovic mit der ersten RWE-Chance den Ball an den linken Pfosten geköpft. Doch das Pech verwandelte Lucas Surek reaktionsschnell in Erfurter Glücksgefühle. Der 22-Jährige schob den zurückspringenden Ball zum 1:0 über die Linie (40.). Auch Leipzig hatte bis dahin kaum zwingende Möglichkeiten. Aber die Sachsen erhöhten nach dem Wechsel in Überzahl erheblich den Druck und wurden mit dem 1:1 belohnt. Djamal Ziane köpfte unbedrängt ein (58.).

Lok Leipzig nutzt Verletzung aus

Als Lukas Novy erst am Boden lag und dann abseits des Feldes behandelt wurde, nutzte Leipzig die Gunst des Moments. Kurzzeitig standen nur acht Erfurter Feldspieler auf dem Platz, da traf Sascha Pfeffer mit seinem 16-Meter-Schuss zum Leipziger Siegtor (78.). Der Erfurter Kapitän hatte fast die ganze Woche nicht trainieren können, nachdem er einen Schlag auf die Hüfte bekommen hatte. Nun kassierte seine Mannschaft ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt den K.o., als er nicht auf dem Platz stand.

Wolfgang Wolf hatte in der Halbzeit schon eine Ahnung. „Oft ist es gegen zehn Mann schwerer“, sagte Leipzigs Trainer, nachdem sich Erfurt bis zum Schluss gewehrt hatte. Ein paar Nadelstiche in der zweiten Halbzeit allerdings waren zu wenig, um die seit nun acht Spielen ungeschlagene Lok aus Leipzig aufs Abstellgleis zu befördern.



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