Ungewissheit um Erfurter Binde: Rot-Weiß-Kapitän droht zum Saisonstart der Ausfall

Erfurt  Rot-Weiß-Kapitän Marcel Kaffenberger ist nach langer Leidenszeit schmerzfrei, droht aber zum Saisonstart auszufallen.

Kämpferisch: Marcel Kaffenberger.

Kämpferisch: Marcel Kaffenberger.

Foto: Sascha Fromm

Dem FC Rot-Weiß Erfurt droht zum Saisonstart der Ausfall des bisherigen Kapitäns Marcel Kaffenberger. Während der 25-Jährige mit allen Kräften versucht, schnellstmöglich wieder fit zu werden, aber in den Vorbereitungsspielen noch nicht auflaufen kann, könnte sein bisheriger Vertreter Lukas Novy das Amt in der kommenden Spielzeit übernehmen.

Es deutet einiges darauf hin, dass der Tscheche – letzte Spielzeit Vizekapitän – den FC Rot-Weiß in der neuen Saison aufs Feld führen wird. Zuletzt trug der 28-jährige Abwehrspieler bei den Testspielen die Erfurter Binde. Kaffenberger hätte dafür Verständnis. „Sollte sich der Trainer für ihn als Kapitän entscheiden, kann ich das absolut verstehen und würde mich für ihn freuen. Lukas ist ein super Typ. Für mich ist es gerade nicht entscheidend, ob ich die Binde trage oder nicht. Ich möchte einfach gesund sein und spielen, auch wenn ich vielleicht erst am dritten oder fünften Spieltag wieder auf dem Platz stehen kann.“

Der Mittelfeldspieler versucht derzeit alles, um vielleicht doch schon beim Saisonstart am letzte Juli-Wochenende bei der Viktoria aus Berlin dabei zu sein. Doch das Zeitfenster ist knapp bemessen. Seit seiner Knöchel-Operation im April arbeitet er mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln daran, endlich wieder auf dem Platz zu stehen.

Akribisch wurde die Reha angegangen und bestritten. Einen großen Teilerfolg kann Kaffenberger für sich verbuchen: Nach langer Zeit ist er im Fuß endlich schmerzfrei. Dieses Gefühl überwiegt auch die Tatsache, dass er in der bisherigen Vorbereitung noch kürzer treten muss. Vor allem die spielerischen Trainingseinheiten kann er nicht mitmachen. Auch das Testspiel am Freitag beim Regionalligisten Hannover II (13 Uhr) wird er auslassen; am Montag ist Kaffenberger beim Arzt zur Routineuntersuchung vorstellig.

Das alles ist für einen Fußballer im besten Alter keine einfache Situation, doch hat Kaffenberger eine gewisse Gelassenheit entwickelt. „Ich bin einfach glücklich, zurück zu sein, auch wenn ich den Körper erst wieder an die Belastungen gewöhnen muss und die anderen in der Vorbereitung einen Vorsprung haben. Die neue Saison ist für mich wie ein Neuanfang“, sagt er.

Der 25-Jährige wirkt befreit, wenn er über seine Gesundung spricht. Denn die Verletzungshistorie der letzten Jahre – darunter ein Achillessehnenriss, Meniskusriss oder eine Sprunggelenksverletzung – haben Spuren im Kopf hinterlassen. „Das war sehr deprimierend und eine richtige Leidenszeit. Für mich als jungen Spieler war das schwer. Ist man verletzt, interessiert sich kein Mensch für einen.“ Halt fand er bei der Familie und seiner Freundin, in der vergangenen Saison gehörten auch Mitspieler des RWE zu den Trostspendern. „Lukas Cichos und Lukas Novy haben mich aufgefangen“, ist er dankbar. Novy, der mit seinem Achillessehnenanriss ein ähnliches Verletzungsschicksal durchlitt und lange Zeit pausieren musste, gab viele aufmunternde Worte mit. Das alles macht Mut, in der Spielzeit 2019/20 wieder voll anzugreifen – im Idealfall endlich einmal ohne das leidige Thema Verletzungen. „Trotz der vielen Rückschläge bin ich jemand, der immer wieder aufsteht.“

Den vorläufigen Spielplan zur neuen Regionalliga-Saison nahm Kaffenberger wie seine Mitspieler mit Spannung auf. Nach dem Viktoria-Gastspiel folgt Lok Leipzig daheim, danach geht die Reise zum Absteiger Cottbus. „Das ist schon ein sehr reizvolles Auftaktprogramm. Ich finde das richtig gut. Da weiß man sofort, wo man steht. Gelingt uns ein guter Start, kann das für die weitere Saison beflügeln“, sagt der 25-Jährige.

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