Goldener Hattrick für Thüringer Rennrodler

Sotschi.  Die Thüringer Rennrodel-Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken sind zum dritten Mal Weltmeister.

Toni Eggert (vorne) und Sascha Benecken (verdeckt) freuen sich mit ihren Teamkollegen im Ziel über ihren Sieg.

Toni Eggert (vorne) und Sascha Benecken (verdeckt) freuen sich mit ihren Teamkollegen im Ziel über ihren Sieg.

Foto: Artur Lebedev / dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auch Erleichterung kann manchmal ganz schön schwer wiegen. Doch Toni Eggert und Sascha Benecken ertrugen die Jubeltraube gern, die im Ziel ihren Schlitten sekundenlang unter sich begrub. Schließlich war ihnen der goldene Hattrick und damit durchaus Historisches gelungen. Zum dritten Mal hintereinander fuhren die beiden Thüringer zum WM-Titel.

In einer weltmeisterlichen Explosion der Emotionen war das halbe Team auf das siegreiche Doppel zugestürmt. Vornweg Bundestrainer Norbert Loch, der zugab: „Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass wir das so bravourös gelöst haben. Ich wusste, dass die Jungs nervenstark sind.“ Auch die auf Platz drei gefahrenen Doppelsitzer-Kollegen Tobias Wendl und Tobias Arlt jubelten überschwänglich mit. „Wir haben uns sehr über den Sieg von Toni und Sascha gefreut. Im Training pushen wir uns so sehr, dass solche Leistungen herauskommen“, sagte Wendl.

Was Eggert/Benecken im Eiskanal von Sotschi zeigten, war eine Demonstration der Stärke. Gleich im ersten Lauf hatten sie die Vorgabe der russischen Sprint-Weltmeister und späteren Zweiten, Aleksandr Denisev/Vladislav Antonov, um anderthalb Zehntel unterboten.

Pilot Eggert quittierte es mit geballter Faust. „Es war super befreiend, eine gute Zeit vorgelegt zu haben“, sagte der 31-Jährige. Und Benecken gab zu: „Der Druck nach unserem fehlerhaften Lauf am Freitag war schon ziemlich groß gewesen.“ Im Sprint hatten beide Bronze um ein Tausendstel verpasst.

Im Finaldurchgang des Doppelsitzerrennens genügte den Weltmeistern dann die viertbeste Zeit. Ein kleiner Fehler in der letzten Kurve hatte noch einmal für eine Schrecksekunde und einen Aufschrei bei den Fans gesorgt, doch der Vorsprung des Gold-Doppels geriet nicht mehr in Gefahr.

Während die Wahl-Oberhoferin Julia Taubitz nervenstark zu Silber fuhr (siehe Interview), landete Johannes Ludwig ebenfalls einen Hattrick, freilich einen bitteren. Zum dritten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt fuhr der 34-Jährige bei einer WM auf Platz vier.

Zwei Hundertstel fehlten dem Oberhofer beim Sieg des Russen Roman Repilow vor den Österreichern Jonas Müller und Wolfgang Kindl zu Bronze: „Hätte mir das jemand vorher gesagt, hätte ich es unterschrieben. Aber so knapp zu scheitern, ist doch ärgerlich.“

Im ersten Lauf war Ludwig sogar zum zwischenzeitlichen Bahnrekord gerast und lag am Ende fünf Plätze vor Felix Loch. „Leider fehlte mir aber schon die ganze Woche die Konstanz“, analysierte er. Später musste er viele Hände schütteln musste. Es waren Gesten voll Trost und Anerkennung zugleich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.