Seit 100 Tagen im Amt: Rot-Weiß-Präsident Fuchs und seine Crew als Aufbauhelfer

Erfurt.  Rot-Weiß-Erfurt-Präsident Fuchs ist mit seiner Crew seit 100 Tagen im Amt. Er hofft, dass die Unterstützung aus der Stadt wieder wächst.

RWE-Präsident Lars Fuchs

RWE-Präsident Lars Fuchs

Foto: Frank Steinhorst

Gegensätzlicher hätte das Jahr für Lars Fuchs kaum verlaufen können. Beim FC Rot-Weiß Erfurt liegt wie überall wegen der Corona-Krise der Spielbetrieb brach. Es ist ziemlich still geworden um den Verein seines Herzens, was wiederum eigentlich eine gute Nachricht ist. Denn das turbulente Jahr mit dem Regionalliga-Rückzug und dem nur in letzter Minute abgewendeten Aus des gesamten Clubs nahm für den Unternehmer eine überraschende Wende. Lars Fuchs (48) ist der neue Präsident des FC Rot-Weiß Erfurt. Seit 100 Tagen ist er nun im Amt.

„Alleine könnte ich die Aufgabe gar nicht bewältigen. Im Präsidium haben wir alle Aufgaben verteilt und mussten erst einmal die Strukturen neu aufbauen“, so Fuchs, der sich mit seiner Führungscrew nach der Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Spielbetriebs GmbH ausschließlich um die Entwicklung des Nachwuchses kümmert.

Trikotsponsor für alle sieben Mannschaften

Die ersten Erfolge sind bereits zu verzeichnen, obwohl gerade der Ball gar nicht rollt. „Für alle sieben Mannschaften und den Perspektivkader haben wir jeweils einen Trikotsponsor gefunden, unter anderem mit der Sparkasse oder den Stadtwerken“, sagt Fuchs, der als Geschäftsführer ein Elektrotechnik-Unternehmen mit 20 Mitarbeitern leitet, nicht ohne Stolz.

Es gibt aber auch mittelfristige Ziele. Zu den wohl eindringlichsten Vorhaben zählt es, dass die Nachwuchsakademie den Status eines Leistungszentrums zurückerhält. Das Gütesiegel des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), verbunden mit einer Unterstützung pro Saison von 50.000 Euro, war mit dem Regionalliga-Rückzug verloren gegangen.

Auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor

Sportlich ist dafür jedoch der Aufstieg der ersten Mannschaft nötig, und auch wirtschaftlich muss der Vorstand für dieses Vorhaben einen Kraftakt meistern, nämlich einen neuen Hauptsponsor gewinnen. In diesem Jahr wurde im Etat für die Nachwuchsakademie ein Budget von 295.000 Euro ausgewiesen. Vom Status des Leistungszentrums hänge viel ab, so Fuchs. Dieser ist notwendig, damit unter anderem die Fußballer auch künftig am Sportgymnasium ausgebildet werden. Gelinge all dies nicht, würde das für den Nachwuchs wohl Breitensport bedeuten.

Fuchs und seine Kollegen rannten keineswegs offene Türen ein. Nach mehr als zwei Jahren Insolvenz des FC Rot-Weiß und nicht enden wollender Negativschlagzeilen musste er immer wieder erklären, dass sämtliche Unterstützung nach der Freigabevereinbarung aus dem Insolvenzverfahren tatsächlich in den Nachwuchs investiert wird. Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass darin vereinbart ist, dass ein kleiner Teil der Einnahmen ins Insolvenzverfahren fließt.

Fuchs traut Mannschaft Aufstieg zu

Umso wichtiger ist es für Lars Fuchs, dass der gesamte FC Rot-Weiß – ob nun die Talente oder die ausgegliederte erste Mannschaft – in die Erfolgsspur zurückkehren. „In der Oberliga traue ich uns den ersten Platz und den Aufstieg zu“, glaubt der 48-Jährige noch in dieser Saison an die Rückkehr in die Regionalliga.

Trotz aller Begeisterung mit mehr als 2000 Zuschauern in den Spielen vor dem Lockdown im Herbst sieht der neue RWE-Präsident vor allem auch die Potenziale, die es auszuschöpfen gilt: „Uns muss es gelingen, dass noch viel mehr Erfurter ins Stadion kommen und die Unterstützung aus der Stadt wieder wächst.“ Vorerst sind Lars Fuchs aber angesichts des Corona-Stillstandes die Hände gebunden. Auf jene Ruhe würde wie überall in der Sportwelt auch der FC Rot-Weiß gerne verzichten.