Triumph auf der Heimstrecke

Bad Tabarz  Beim Downhill-Cup in Bad Tabarz siegt der für den RSV Eisenach fahrende Strecken-Chef Robert Otto bei den Open Masters

Robert Otto vom Stall Bergrausch Racing Cranio Clinic/RSV Eisenach kam mit einer fabelhaften Zeit ins Ziel. Seine 2:12.530 Minuten reichten in der Klasse Open Masters, in der sich Fahrer mit oder ohne Lizenz ins Tal stürzen, am Sonntag für den ersten Platz. Auf die Frage nach dem Warum, antwortete der Streckenbauchef der Veranstaltung in Bad Tabarz kurz und bündig: „Weil ich schnell war.“

Woran das lag, schob er gleich nach, die Bremsen hätten nicht funktioniert. Doch dann wird er Athlet ernst, freut sich über seine nahezu fehlerfreie Fahrt vom Gipfel des Datenberges. „Keine Patzer und im Wald ein phantastisches Publikum, das hat mich förmlich ins Ziel getragen.“ Hinter Otto kam der Niederländer Kevin den Beer (2:16.219) von Cyclotech Components auf den zweiten Rang, Dritter wurde Sascha Helmstedt (2:16.541) vom Team Harzcore.

Wie seit 26 Jahren schon sind die Fahrerinnen und Fahrer von der Downhill-Strecke begeistert. Auf zwei Kilometern lassen sie 250 Höhenmeter hinter sich. In diesem Jahr war sie so gut präpariert, dass erstmals eine Zeit unter zwei Minuten erwartet wurde. Das verpasste Maximilian Jakubowski mit 2:06.034 Minuten um weniger als sieben Sekunden. Der Fahrer von Carbocage-Factory Racing konnte sich über seine Führung und dem Platz auf dem heißen Stuhl freuen – so lange, bis ihn Erik Irmisch vom Team Racing Dudes (2:03.597) von diesem Platz verdrängte.

Am Ende kam in der Klasse der Elitefahrer Lucas Rham vom ERST Racing Team auf den zweiten Platz (2:05.386) und Jonas Hoffmann (2:05.426) vom Verein Bergrausch Racing Cranio Clinic/RSV Eisenach auf den dritten Rang. Die magische zwei Minuten Grenze knackte auch diesmal keiner.

Bei den Masters II (über 40 Jahre) siegte der Belgier Koen Horemans (2:25.802) vor Craig Seaward (2:26.653) aus Südafrika und Jörg Heydt (2:27.158) vom Last National-Team. Die Klasse Open Men gewann Janik Müller (2:13.030) vom Raderdoll-Racing-Team vor Leon Wirth (2:15.604), Yo-Trail Racing, und Sören Bielert (2:16.458) vom Team Racepark Schulenberg.

Monica Gasbichler vom Rocky Mountain Bikepark Samerberg gewann die Klasse Open Women mit einer Zeit von 2:47.571 Minuten. Antonia Dolezal (2:53.958) aus Österreich wurde Zweite, Madeleine Schulz (3:24.090) vom Team Blyfly Racing Dritte. Das Rennen der Fahrer unter 17 Jahre entschied Florian Zimmer (2:12.580/The Radix Squad Racing) für sich vor Fabian Flachsbart (2:21.690) von Mum+Dad und Hauke Werner (2:22.806) vom Team Lahari. Er büßte eine bessere Platzierung durch einen Sturz ein.

In diesem Jahr gingen rund 300 Downhiller aus elf Nationen in Bad Tabarz an den Start. Gegenüber anderen Jahren ein kleineres Fahrerfeld, doch mit Top-Fahrern. Gregor Sudhoff sieht den Rückgang in den Bikerparks begründet, die mittlerweile entstanden sind. „Wer früher so eine Abfahrt unter die Räder nehmen wollte, dem bleib in aller Regel nur, an einem Rennen teilzunehmen. Heute ergeben sich andere Möglichkeiten.“ Trotzdem, der Downhill vom Datenberg, damals von Familie Schmidt aus der Taufe gehoben, ist in der Welt ein Begriff.

Seit 26 Jahren wird in Bad Tabarz Downhill gefahren. Gregor Sudhoff, sportlicher Leiter des Rennens, kennt kein anderes mit solcher Tradition wie den Fichtenslalom. Dafür bringt Sudhoff mehrere Gründe an. Von Anfang an gibt es mit der Herzoglichen Forstverwaltung eine gute Zusammenarbeit. Der verantwortliche Förster Achim Schneider geht auf die Wünsche der Veranstalter ein. „Und auch wenn wir Splitt für den Streckenbau benötigen, der nahegelegene Steinbruch liefert prompt“, sagt der Organisator.

Und in Bad Tabarz selbst ist das Rennen lang schon im Bewusstsein der Bürger angekommen. „Wenn das bunte Völkchen seine Zelte aufschlägt, weiß man im Ort, es geht wieder mit dem Rad über Stock und Stein und für drei Tage gibt es Party satt.

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