Paulas Welt: Wie der Herr so das Gescherr

Paula von der Eulenburg über Hunde in der Mode und der Politik.

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Mein Name ist Paula von der Eulenburg. Ich bin der Redaktionsmops in der Stadt der Weimaraner. Und jeder, der mich nur ein bisschen kennt, weiß ja: Ich bin sehr an allem interessiert, was sich in der Welt so tut. In den Fernsehnachrichten, die ich mit meinen Menschen gerne anschaue, ist mir in jüngerer Zeit immer wieder aufgefallen, dass es da öfter Bilder von einem Mann mit strohblonden Strubbelhaaren gibt. Einmal habe ich bei seinem Auftritt freudig gebellt, weil er an so einer Seilbahn durch einen Park geflogen ist. Mein Bellen galt dem Wiedererkennungseffekt: Die Kinder, bei denen ich gerne mal Ferien mache, haben auch eine Seilbahn und manchmal darf ich mitfahren. Kurz und gut: Es gab jetzt einen zweiten Grund zu bellen und zwar deshalb, weil in den Sitz des strohblonden Politikers ein Hund getragen wurde. Es handelt sich um einen Jack Russell. Das muss der für Politiker übliche Hund sein. Thüringens „First Dog“ Attila ist ja ein Jack Russell, nur dass sich unser durchaus nicht strohblonder Landesvater Attila lange vor der Übernahme des Ministerpräsidentenamtes ins Haus geholt hat. Sehr spannend finde ich in diesem Zusammenhang eine Nachricht aus der Modewelt: Der französische Designer Eric Bompard, der als Kaschmir-Experte gilt, hat eine Kollektion edler Pullover auf den Markt gebracht, die dem Prinzip „Wie der Herr so das Gescherr“ verpflichtet sind. Partnerlook beim Gassigehen. Was für eine irre Idee. Andererseits: Ich sehe ja genug ältere Paare, die gleichartige Funktionskleidung – oft in Beige – tragen. Und das findet die Menschenwelt ja auch normal. Ich bin gespannt, ob dieser neue Regierungshund mit seinem Herrn bald in einer der gewiss nicht billigen Pullover über die Downing Street spaziert. Wobei: Es spricht gegen diese Annahme vor allem die Herkunft der Designstücke. Ich gehe mal davon aus, der strohblonde Politiker hätte sich keine Französische Bulldogge zulegen können, ohne dass das mit Blick auf den Brexit politisch betrachtet worden wäre. Warum er sich keine Englische Bulldogge anschaffte, verstehe ich nicht. In diesem Sinne: Mopsige Grüße – und falls der Herr aus London mal Thüringen besucht, mache ich seinem Hund gerne die Aufwartung.

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