Unter uns gesagt: Am Limit

Gerlinde Sommer zum Tage.

Gerlinde Sommer

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Foto: Andreas Wetzel

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Die große Frage ist, was freie Fahrt für freie Bürger heutzutage eigentlich bedeutet. Lange schien klar, dass Strecken ohne Geschwindigkeitsbeschränkung uns vermeintlich am schnellsten zum Ziel gelangen lassen. So etwas gibt es mittlerweile nur noch auf immer kürzeren Autobahnabschnitten. Ein generelles Tempolimit bleibt umstritten, weil es eben jenen Mythos zerstört vom unregulierten Fahrspaß.

Dabei sieht doch die Wirklichkeit längst anders aus: Selbst da, wo es kein Tempolimit gibt, stockt der Verkehr. Verlässliche Fahrzeiten werden immer seltener.

Bei der Bahn jammern die Fahrgäste schon, wenn sie 15 Minuten später als erwartet ans Ziel kommen. Mancher Autofahrer kennt dagegen kaum noch etwas anderes als stundenlanges ‘Stop & go’.

Wichtiger als die Frage, ob es ein Tempolimit auf Autobahnen braucht, sind also weitreichende Maßnahmen für einen generell fließenden Verkehr. Das käme den Nutzern von Privatwagen ebenso zugute wie Fahrgästen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, der ja zu einem großen Teil mit Bussen bewältigt wird.

Der frühere Bremer Verkehrssenator Reinhard Loske, der jetzt als Professor zu Fragen der Nachhaltigkeit lehrt, verwies jüngst darauf, dass Verkehrssicherheit jedenfalls nicht individuell dadurch zu bewerkstelligen sei, indem sich immer mehr Menschen PS-starke, schwere und schnelle Autos zulegen, aus denen sie dann von oben auf das Geschehen schauen. Er spricht sich für die Ausweitung der Mobilitätsdienstleistungen aus – hin zu einer neuen Mobilitätskultur. Aber die dafür nötigen Veränderungen gehen vielen Schnellfahrern dann wohl doch zu schnell...

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