Unter uns gesagt: Bei Hexen in der Randlage

Gerlinde Sommer über einen weiteren Anziehungspunkt für den Harz.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Normalerweise melden sich die Hexen aus dem Harz, wenn die Nacht zum 1. Mai bevorsteht. Dann ist in der Randlage was los – und die Menschen in der Landesmitte und auch im Eichsfeld oder in Eisenach sollen wissen, dass es sich lohnt, Richtung Harz zu schauen, der auch ein bisschen zu Thüringen gehört. Natürlich ist das mit der Randlage immer so eine Sache: Schaut jemand auf ganz Deutschland, dann ist der Harz nicht am Rande, sondern in der Mitte. Jedenfalls seit 30 Jahren. Die 40 Jahre zuvor war er dafür umso randständiger, weil an der innerdeutschen Grenze gelegen und daher insgesamt eher unzugänglich. Aber diese Zeiten sind vergangen. Nun soll der Harz sein Image auffrischen – und also mehr sein, als nur ein Wandergebiet für die älteren Jahrgänge und der Hexentanzplatz einmal im Jahr. Und gerade in diesem Jahr zeigt sich ja mehr denn je, dass wir unsere Mittelgebirge nicht am Wegesrand liegen lassen können, wenn es in den Urlaub geht. So viel Strand im Norden und so viele Berge am Alpenrand haben wir gar nicht, dass es sich auf die klassischen Ziele in der Mitte verzichten ließe. Deshalb werden der Thüringer Wald und der Harz hoffentlich auf Jahre hinaus sehr gefragt sein. Nur am Rande wahrgenommen hatten viele Touristen ja bisher beide Gebiete, um dann lieber ins Allgäu oder nach Südtirol zu fahren… Dabei müssen sich die Gebiete in der Mitte keineswegs verstecken.

Nun soll der Harz noch einen weiteren Anziehungspunkt erhalten – und zwar auf Thüringer Gebiet: das „Harzer Hexenreich“ mit dem größten Aussichtsturm weit und breit. Am Donnerstag bringt Wirtschaftsminister Tiefensee einen Förderbescheid über 6,2 Millionen Euro dorthin. Und hoffentlich bringt er aus Rothesütte keinen Hexenschuss zurück. Denn wer weiß schon, welchen Schabernack die Hexen planen…

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