Unter uns gesagt: Das ewige Kind

Gerlinde Sommer über eine miserable Mutter-Tochter-Beziehung.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel

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Ich möchte manchmal gerne weghören, aber wer kann das schon?! Deshalb wurde ich jetzt Zeugin eines Gesprächs im Zugrestaurant, das ganz tiefe Einblicke in eine miserable Mutter-Tochter-Beziehung gab. Und das meinerseits ganz unfreiwillig.

Ein Paar um die 50 setzte sich zu mir. Die Frau hatte offenbar kurz zuvor mit ihrer Mutter telefonisch Kontakt. Die alte Frau hatte - aus Langeweile oder Sorge - der Tochter hinterhertelefoniert. Und gesagt, was Mütter so sagen: Ich wusste ja nicht, dass Ihr verreist seid. Ich hätte mich über eine Nachricht gefreut… Bei der Tochter kam das alles als Vorwurf an… Die nächsten 100 Kilometer regte sie sich auf wie ein Teenager, der sich gerade in der Abnabelungsphase befindet.

Das Gespräch des Paares war so laut, dass ich nicht mehr lesen konnte. Eigentlich hätte ich der Frau gerne geraten, sich aus der ewigen Kinderrolle zu lösen - und die Mutter aus der Warte einer erwachsenen Frau zu betrachten. Ohne Groll. Und mit dem Wissen, dass man selbst wahrscheinlich mindestens genauso viele Macken hat… Aber dazu bot sich in dieser Situation leider keine Gelegenheit.

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