Unter uns gesagt: Die Zeit des Ermöglichens

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Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel

Gerlinde Sommer über Möglichkeiten für Veranstaltungen trotz Corona.

Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Eigentlich hätte die Dame am Nebentisch in diesem Jahr vor allem Beethovens 250. Geburtstag gefeiert. In dessen Heimatstadt Bonn. Aber Bonn ist nicht Weimar und deshalb bleiben die künstlerischen Feierlichkeiten am Rhein vorerst vor allem virtueller Natur, während an der Ilm das Kunstfest zeigt, was alles mit Abstand unter freiem Himmel und mit noch mehr Abstand auch in geschlossenen Räumen geht.

Nun ist natürlich Nordrhein-Westfalen auch nicht Thüringen und mithin die Coronalage eine andere. Aber unvorsichtig oder unbekümmert sind wir hier ja durchaus nicht. Und es ist in diesen Tagen nicht nur das Kunstfest, das zeigt, was geht. Auch Achava nimmt jetzt Fahrt auf und lädt beispielsweise an diesem Mittwoch zu einer Freiluftveranstaltung auf den Eisenacher Lutherplatz ein. Gezeigt wird ein Dokumentarfilm mit Èva Pusztai – und zudem gibt es ein Gespräch mit ihr. Digital ist ja vieles möglich. Am Donnerstag und Freitag gibt es eine Führung auf dem jüdischen Friedhof unter dem Titel „Ein guter Ort“. Und natürlich ist das Festzelt auf dem Lutherplatz in den kommenden Tagen ein Ort der Begegnung, des Dialogs und der Musik.

Möglich machen, was möglich ist: Das ist durchaus nicht in allem Kommunen die Maxime. Und dazu müssen wir nicht in andere Bundesländer schauen. Auch in Thüringen gibt es da ganz unterschiedliche Verfahrensweisen. Nun lässt sich sagen: Wer verbietet, der ist natürlich auf der sicheren Seite. Aber zeigt sich nicht eigentlich die Handlungsfähigkeit von Institutionen, vor allem von denen, die ganz nah am Bürger sein müssten, wenn eine Gefahrenabwehr vor allem auch durch Risikoabwägung stattfindet? Und zwar durch eine nachvollziehbare Risikoabwägung. Ja, die Lage ist schwierig. Aber mittlerweile ist die Zeit des Ermöglichens da. Aha-Erlebnis inklusive.

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