Unter uns gesagt: Ganz nah, ganz fern

Gerlinde Sommer über die Bahnverbindungen nach Berlin.

Gerlinde Sommer

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Foto: Andreas Wetzel

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Beim Thüringer Adventskonzert konnte es Bodo Ramelow nicht oft genug betonen: Für Berliner ist der Freistaat dank ICE-Schnellstrecke ganz nahe. Keine zwei Stunden braucht die Bahn über Erfurt nach Weimar. Das ist wirklich klasse. Kein Autofahrer wird diese Zeit unterbieten können. Auch der Münchner und die Münchnerin können richtig fix in den Nachbar-Freistaat reisen.

Aber zurück nach Berlin: Wo etwas gut läuft, da wachsen die Herausforderungen – und zwar in der Gegenrichtung. Im Grunde ist die Verbindung nach Berlin Hauptbahnhof derzeit so gut, dass sich der kulturinteressierte Thüringer nach der Arbeit in den ICE setzen und in der Hauptstadt ein Theater oder ein ähnliches Vergnügen besuchen könnte… Allerdings mangelt es derzeit an einer angemessenen Rückfahrmöglichkeit am späteren Abend. Aktuell fährt gegen halb zehn ein ICE bis Leipzig und dort muss dann der Weimarer in eine Regionalbahn einsteigen, die – um mit einer aktuellen Bundesministerin zu sprechen – an jeder Milchkanne hält. Es wird dann fast ein Uhr, ehe das Ziel an der Ilm erreicht ist. Das Ganze wird demnächst wieder ein ganz kleines bisschen besser, wenn es bei diesem ICE in Erfurt einen Anschluss an die Erfurter Bahn gibt. Dann ist der Reisende kurz nach Mitternacht in Goethes Städtchen.

Das Problem mit einer angemessenen Rückreise am späteren Abend – also nach Ende von üblich langen Theatervorstellungen in Berlin – ist allerdings dennoch nicht gelöst, wenn der letzte Zug gen Thüringen schon um 21.28 Uhr ab Hauptbahnhof auf Fahrt Richtung Süden geht.

Echte Nachteulen können zwar um 00.42 Uhr starten, kommen dann aber nur bis Halle/Saale, haben dort eineinhalb Stunden Aufenthalt und sind um halb sechs in Weimar. Dann doch lieber gleich ein Zimmer an der Spree buchen...

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