Unter uns gesagt: Ingo Schulzes klare Worte

Gerlinde Sommer
Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel

Gerlinde Sommer über einen bemerkenswerten Autor zu Gast in Weimar.

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Bei den Lesarten in Weimar wird am heutigen Dienstag um 19 Uhr im mon ami Ingo Schulze erwartet. Er wird aus „Tasso im Irrenhaus“ lesen, es gibt auch ein moderiertes Gespräch. Erzählt werden Geschichten über die Kunst, das Leben und die verrückte bürgerliche Gesellschaft. Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie und Germanistik in Jena, wo die Moderatorin des Abends, Verena Krieger, heutzutage Kunstgeschichte lehrt. Schulzes Bücher erscheinen mittlerweile in 30 Sprachen. Und Ehrungen wurden ihm schon viele zuteil. Gerade erst hat er den Dresdner Kunstpreis erhalten und zum Dank – wie die Sächsische Zeitung schreibt – eine scharfe Rede gehalten, indem er sich der Politik, den Menschen und der Frage widmete, was hohe Erwartungen und spätere Enttäuschungen bewirken. Erinnert sei dabei an die große Zustimmung in den frühen 1990ern für Kurt Biedenkopf. Ein Vierteljahrhundert später machen die Sachsen oft durch Unzufriedenheit von sich reden, die sich nicht zuletzt im Wahlergebnissen spiegelt. Nun ist manches davon typisch sächsisch. Anderes kann womöglich auch auf Thüringer Nachwende-Verhältnisse übertragen werden. Wir freuen uns also auf Ingo Schulzes klare Worte an diesem Dienstag.

Die Süddeutsche soll übrigens in ihrer heutigen Ausgabe einen Auszug aus dieser bemerkenswerten Dankesrede Schulzes drucken. Und wir können ihn abends in Weimar erleben. Ein paar Karten seien noch zu haben, heißt es.