Unter uns gesagt: Mit Abstand betrachtet

Gerlinde Sommer zum Tage.

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Da soll also im Fernbus jetzt jeder Platz besetzt werden können und die Fahrgäste tragen als einzigen Schutz eine Maske über Nase und Mund. Ok? Oder nicht?

Falls diese Art zu reisen jetzt nicht mehr falsch sein soll, frage ich mich schon, warum in einem gut gelüfteten Klassenzimmer nicht regulär unterrichtet werden kann. Immer nur 45 Minuten. Dann wird gut durchgelüftet. Und natürlich nur von Lehrpersonal, das fit genug ist für diese Herausforderung. Wer zwar nicht krank aber auch nicht fit genug ist für den direkten Unterricht, der kann sich sicherlich im Kollegium verdient machen: mit der Vorbereitung von Materialien, mit der Korrektur von Arbeiten und mit digitalen Homeschooling-Angeboten für jene Kinder, die auch künftig unter Coronaverdacht in Quarantäne kommen. Das sind jetzt nur ein paar wenige Aufgaben. die auch alle erledigt werden müssen in dieser Zeit.

Nein, ich bewerbe mich nicht als „Germanys next Bildungsministerin“. Ich gebe nur zum Besten, was ich durch Gespräche mit Lehrpersonal gehört habe in jüngster Zeit. Ich muss aber eingestehen, dass meine Gesprächspartnerinnen und -partner wahrscheinlich nicht repräsentativ sind. Zu engagiert vielleicht. Noch nicht lange genug im Staatsdienst womöglich. Früher wurden solche Leute Normbrecher genannt. Das klingt so sympathisch wie Knochenbrecher oder Einbrecher. Friseurinnen haben sich viel einfallen lassen, Physiotherapeutinnen ebenso – und Kosmetikerinnen sowieso. Klar: Viele sind mit ihrem Geschäft, selbst wenn es ihnen nicht gehört, derart verwachsen, dass sie sich nicht vorstellen können oder wollen, dass regulärer Unterricht bei weiterhin niedrigen Infektionszahlen unmöglich sein soll. Alte Regel: Jeder sieht nur sich – und jeder löst Herausforderungen nach eigener Art.

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