Unter uns gesagt: Schiller und Goethe vereist

Gerlinde Sommer über die Ökobilanz von Eisbahnen.

Gerlinde Sommer

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Foto: Andreas Wetzel

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Wenn an diesem Freitag die jungen Menschen wieder auf die Straße gehen, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir ihre Zukunft verheizen, könnten die öffentlichen Freiluft-Eisbahnen ein guter Treffpunkt sein. In Thüringens Mitte gibt es mit der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle eine schöne Eisbahn unter Dach und Fach. Aber offenbar reicht das nicht. Und deshalb stehen jetzt Goethe und Schiller in Weimar beispielsweise wieder wochenlang fußkalt rum – also von Eis und Schlittschuhläufern umgeben.

Natürlich laufe ich auch gerne Schlittschuh. Aber ich habe schon als Kind erfahren, dass das nicht alle Winter gleichermaßen geht. Bei uns auf dem See war Schlittschuhlaufen nur bei anhaltendem Frost möglich. Und oft mussten wir erst einen halben Tag Schnee schippen, ehe wir unsere ersten Runden ziehen konnten. Die Oberfläche war dann sehr holprig. Aber das machte uns nichts. Wir hatten auch so unseren Spaß. In der Zwischenzeit haben Fischschützer erklärt, dass dieses Naturschlittschuhlaufen für die Tiere gar nicht gut sei… Es gibt inzwischen eine Eishalle in der nächsten Stadt.

Aber unter freiem Himmel künstlich Kälte erzeugen? Das klingt wie pure Energieverschwendung. Ja, natürlich ist es ein toller Spaß, seine Runden bei Tag und vor allem auch am Abend draußen ziehen zu können. Aber wie rechnet sich das mit Blick auf die Ökobilanz und die kommenden Generationen?

In Weimar gilt die Eisbahn mehr als die Klassiker, weswegen diese nun für Touristen nur auf Schlittschuhen erreichbar sind. Das klassische Foto am Sockel der Dichter fällt also bis zum Ende der Eislaufsaison aus. Da zeigt sich eben mal wieder, was wirklich wichtig ist…

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