Unter uns gesagt: Stampfender Abgang

Gerlinde Sommer über eine unangenehme Begegnung.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: MGT

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Früher wurde viel über junge Leute geschimpft. Gern von Nöhlern älterer Jahrgänge. Die sagten dann, die jungen Menschen hätten kein Benehmen. Sie würden nicht grüßen. Sie würden immer nur verlangen und beanspruchen und auf ihr Recht pochen... Und die Gebildeteren unter den Kritikern trugen in solchen Debatten dann gerne das schöne Wort Frustrationstoleranz vor sich her – und unterstellten der Jugend einen Mangel an eben jener...

Mir sind in dieser Woche – und die ist ja bisher noch gar nicht so lange – aber bereits zwei, drei Menschen begegnet, die im höheren Alter eben dies vermissen ließen: Frustrationstoleranz.

Eine Frau, die mit der Bahn unterwegs gewesen und verspätet am Ziel angekommen war, machte den Damen am Schalter eine riesige Szene mit stampfendem Abgang – und zwar allein deshalb, weil die gar nicht so lange Verspätung nicht ausreichte, um Schadensersatz zu bekommen...

Stampfender Abgang ist ja kindisch. Als ich klein war, wären ich oder meine Geschwister bei so einem unangemessenen Verhalten ausgelacht worden.

Meine Mutter sagte immer: Wer rausgeht und die Tür zuschlägt, der muss überlegen, wie er wieder reinkommt....

Stampfen bringt auch in höherem Alter nichts. Das ist sicher – und das ist auch gut so.

www.tlz.de/gedankenreisen Kontakt: g.sommer@tlz.de

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