Unter uns gesagt: Vor der Ausgangssperre

Gerlinde Sommer zum Tage.

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Foto: MGT / TLZ

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Auf meinem täglichen Weg ist jetzt alles anders: kaum Passanten, Geschäfte geschlossen. Selbst der Spielwarenladen musste schließen, während im großen Drogeriemarkt die Spielwarenabteilung geöffnet hat. Vor dem angesagten Pommes-Schnellimbiss, der neuerdings drinnen schicke Sitzgelegenheiten bot, sind jetzt Abstandsmarkierungen auf den Gehsteig geklebt worden, damit die Kundschaft weiß, welchen Diskretionsabstand sie beim Bestellen und Warten einzuhalten hat. Und der Speiseraum ist natürlich – wie alle anderen Gaststätten auch – geschlossen.

Die großen Modegeschäfte haben die Türen nicht mehr aufgesperrt – und im Netz meldete sich sofort ein besorgter Vater, er müsse doch Kleidung für sein Kind kaufen. Ich rate zum guten alten Kleidertausch. Kann man ja heute übers Netz gut vorbereiten und sich dann das Päckchen vor die Tür legen. Kinderkleiderflohmarkt sozusagen in Kleinstgruppe – und ohne Begegnung. Eine Freundin hat die Klamottenfasten-Challenge ausgerufen. Das heißt: Wir sollen warten, bis wir wieder im stationären Handel kaufen können. Na ja, so groß ist die Herausforderung nicht: Wer Homeoffice macht, braucht nicht die neuste Frühjahrskollektion. Wir sollten nur an Karl Lagerfelds Jogginghosen-Theorie vom Würdeverlust denken...

Eingangssperre haben wir bereits in vielen Bereichen, denn wir müssen fast überall draußen bleiben. Nun könnte es zudem Ausgangssperre geben. Auf einem Miniplakat am Rande einer Fußgängerzone las ich folgende Überlegung: Sagt jemand trotzig: „Solange es noch keine Ausgangssperre gibt, mache ich, was ich will!“ Hält ihm jemand entgegen: Ob dir klar ist, dass wir keine Ausgangssperre bräuchten, wenn du nicht so egoistisch wärst?!

Der Mensch ist ja vernunftbegabt. Aber nicht jeder nutzt diese Begabung...

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