Unter uns gesagt: Wer ist Koch, wer Kellner?

Gerlinde Sommer zum Tage.

Gerlinde Sommer.

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!


Es war der seinerzeitige Neu-Kanzler Gerhard Schröder, der gleich zu Beginn von Rot-Grün vor 20 Jahren klarstellte, dass eines klar sei: Wer Koch und wer Kellner sein würde in dieser Koalition. Joschka Fischer, damals gerade wieder ein Strich in der Landschaft, machte schmale Lippen zu dieser dickbackigen Ansage.

Schröder meinte das ernst: Er sollte der Koch sein, ja, eigentlich auch der gastronomische Leiter. Und Fischer würde die Aufgabe zukommen, dem Bürger zu servieren, was der Koch in Abstimmung mit sich selbst auf den Speiseplan gehoben hatte. An Hartz IV schließlich verhob er sich dann. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Jedenfalls fiel mir jetzt diese Floskel vom Koch und Kellner ein, als der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband meldete, dass der Personalmangel immer häufiger für mehr Ruhetage im Gastgewerbe sorge. Volkstümlich heißt es ja immer dann, wenn der Betrieb in einer Gaststätte an mehr als einem Tag in der Woche ruht: wohl wegen Reichtum geschlossen!

Das Problem ist aber nicht monetärer Art. Es fehlt ganz einfach an einer ausreichenden Zahl an Menschen, die gerne kochen und bedienen. Und die, diese Aufgaben mit Freude erledigen, die wollen natürlich auch mal frei. Also: Sie wollen – und das ist ihr gutes Recht – eine Fünf-Tage-Woche bei ordentlicher Bezahlung. Und sie wollen nicht bis in die Puppen hinter der Theke stehen, wenn am Stammtisch nur noch zwei, drei Leute nicht den Rest Bier aus dem Glas bekommen kurz vor Mitternacht.

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Gastronomie Arbeit und Auskommen gefunden haben: als Koch, als Kellner und immer öfter auch als Chef.

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