Unter uns gesagt

Zukunft braucht Erinnerung

Gerlinde Sommer über eine Partei, die bei der Grundrente nicht mitreden durfte.

Gerlinde Sommer

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Foto: Andreas Wetzel

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Als sich jetzt die schwarz-rote Koalition doch noch auf eine Grundrente verständigt hat, war plötzlich hörbar, wie alles hätte anders kommen können – und zwar nicht nur bei den Grünen.

Interessanter noch ist die Position des Rentenexperten der FDP: Als er jetzt so seine Vorstellungen vorstellte, da zeigte sich, dass die Liberalen in diesem Punkt durchaus nicht auf blanke Marktwirtschaft setzen. Andererseits: Gerade die FDP braucht sich jetzt nicht darüber zu beklagen, dass sie in solchen Fällen nichts mitzureden hat. Denn sie war es ja, die vor nunmehr auch schon wieder zwei Jahren gar nicht in die Regierung wollte. Lieber nicht regieren als mit den falschen Leuten und den falschen Konzepten oder faulen Kompromissen. So hatte das damals Christian Lindner gemeint und so ähnlich hatte er es auch formuliert. Ich wäre in diesem Fall gerne mal Mäuschen, um zu erfahren, wie oft er sich für diesen Schritt schon selbst gescholten hat. Tempi passati. Oder wie wir als Kinder sagten, wenn es ans Teilen ging: Wer nicht will, hat schon gehabt.

Zukunft braucht eben auch in der Politik Erinnerung. Und zwar nicht nur an die damals vergeigte Koalitionschance. Sondern vor allem daran, dass hinter der Grundrente eine ganz andere Grundfrage steht: Wie kann es eigentlich sein, dass jemand 35 Jahre gearbeitet und in die Rente eingezahlt hat, ohne dass es dann für eine Altersversorgung reicht, die über der Stütze liegt? Es dürften unter denen, die 35 Jahre arbeiteten und die dann im Alter dennoch arm sind, vor allem auch viele alleinerziehende Frauen sein, die der Kinder wegen weniger Rentenbeitragsjahre haben. Das gleicht die Mütterrente nicht aus. In Zukunft, finde ich, müssen wir das mit der Wertschätzung von Lebensleistungen anders machen. Daran soll hier noch mal erinnert sein!

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