Nur die Oststadtschule hat einen Schulwegeplan

Eisenach  Kleine Füße – sicherer Schulweg Die bauliche Situation von Schulen lässt sich schwer verändern

Die Sicherheit an Schulwegen ist auch für die Stadtverwaltung Eisenach ein Thema. Foto: Ulrike Sauer

Die Sicherheit an Schulwegen ist auch für die Stadtverwaltung Eisenach ein Thema. Foto: Ulrike Sauer

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Auch die Stadt Eisenach trägt eine Verantwortung für die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr mit und muss danach auch die eigene Verkehrsplanung ausrichten.

Vertreter der Abteilung Schulverwaltung schauen zum Beispiel bei der Frage der Schulwegbeförderung, ob ein Schulweg sicher ist. Dazu, sagt der stellvertretende Leiter der Abteilung, Christian Schulz, würden einmal im Jahr die Schulen abgefragt, ob es Probleme in Fragen der Schulwegsicherheit oder bei der Beförderung von Kindern gibt. Eltern hätten zudem die Möglichkeit, Anträge zu stellen, wenn sie der Auffassung sind, der Schulweg ist zu Fuß für die Kinder zu gefährlich. In dem Fall besichtigt die Stadt die Situation vor Ort, erklärt Schulz. Die Beförderung ist eine Pflichtaufgabe der Stadt und im Thüringer Gesetz über die Finanzierung der staatlichen Schulen geregelt. Grundsätzlich ist die Stadt verpflichtet, die Beförderung zu gewährleisten, wenn der Schulweg für Grundschüler mehr als zwei Kilometer beträgt. Für Regelschüler und Gymnasiasten liegt die Grenze bei drei Kilometer. Christian Schulz und Patrick Ebhardt von der Abteilung Straßenverkehr der Stadt wissen um die ein oder andere gefährliche Strecke zur Schule im Eisenacher Stadtgebiet.

Manche, räumen sie ein, würden sie ad hoc nicht lösen können. Zum Beispiel am Fußweg zur Schule in die Jakobschule. Dort dürfen Autofahrer in der Karl-Marx-Straße be- und entladen, und in einer Sackgasse sind Parkplätze für Eltern ausgewiesen. Zum Halten seien hier nun mal nur begrenzte Flächen da, die Stellflächen auf dem benachbarten großen öffentlichen Parkplatz würden von Eltern in den seltensten Fällen genutzt.

Wann ist ein Schulweg so gefährlich, dass die Stadt die Beförderung zu einer Schule sicher stellen muss?

16 Kinder fahren mit dem Taxi zur Schule

Ebhardt und Schulz nennen als Beispiele schulfähige Kinder, die auf der Karlskuppe oder in einem Randbezirk der Stadt wie am Ramsborn wohnen. Sie könnten gar nicht allein zur Hörselschule laufen, weil sie dort automatisch auf Gefahrenstellen treffen. Die Straße führt direkt an der Bundesstraße lang, es gibt nur unzureichend Straßenbeleuchtung, an manchen Stellen ist gar keinen Fußweg. In Eisenach werden derzeit 15 bis 16 Kinder deshalb mit dem Taxi befördert, weiß Schulz.

In den Blick nimmt die Schulverwaltung gemeinsam mit der Bauabteilung auch die bauliche Situation vor Schulen. Die meisten Schulen sind vor Jahrzehnten gebaut und verfügen deshalb in der Regel nicht über eine zeitgemäße Infrastruktur vor dem eigenen Schulgebäude. Früher gingen viele Kinder zu Fuß zur Schule, heute bringen Eltern ihre Sprösslinge oft mit dem Auto. Vor den Schulen fehlen dann ausreichend Parkmöglichkeiten. Die Folge: Es wird vor vielen Grundschulen unkontrolliert angehalten. Das unübersichtliche Anhalten schränkt aber auch die Verkehrssicherheit aller Kinder dann ein.

Tauchen, so Christian Schulz und Patrick Ebhardt, verstärkt Hinweise von Schulen, Eltern, Polizei und Verkehrswacht an bestimmten Schulen auf, werde die Stadt auch aktiv. Doch viel könne man bei der vorgegebenen baulichen Situation nicht machen, so die Stadt.

Nach einem Hinweis im Nachgang einer Schulwegkontrolle vor wenigen Wochen in der Karl-Marx-Straße wurde die Markierung des dortigen Fußgängerüberwegs erneuert.

Ebhardt verweist im Zusammenhang mit dem Umzug der Grundschule am Petersberg in die Oststadtschule auf einen Schulwegeplan, den die Stadt für diese Schule nach einer Fragebogenaktion unter Beteiligung der Eltern entwickelt hat.

In dem Zusammenhang seien auch in Absprache mit dem Tiefbauamt Gehwege repariert worden, an der Ampel wurde die Frequenz verändert. Bisher gibt es einen Schulwegeplan, der Eltern Empfehlungen gibt, welche Schulwege sicher sind, als einziges für die Oststadtschule.

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