4000 Besucher beim Orgelsommer: Köstliches Finale im Erfurter Dom

Erfurt  Mit rund 4000 Besuchern bei insgesamt 43 Konzerten vermochte der 25. Thüringer Orgelsommer das Publikumsinteresse im Vergleich zum Vorjahr erheblich zu steigern. Allein zum Abschlusskonzert füllte sich der Erfurter Mariendom bis auf den letzten Platz.

Die erste Geige beim Orgelsommer spielen selbstverständlich die vielen, teilweise wertvollen historischen Orgeln Thüringens. Foto: Horst Gröner

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Mit rund 4000 Besuchern bei insgesamt 43 Konzerten vermochte der 25. Thüringer Orgelsommer das Publikumsinteresse im Vergleich zum Vorjahr erheblich zu steigern. Allein zum Abschlusskonzert füllte sich der Erfurter Mariendom bis auf den letzten Platz. Rund 1000 Gäste kamen, um den Weimarer Organisten Johannes Kleinjung mit Werken von Louis Vierne und Max Reger, um das Leipziger „Duo Traverso e dolce“ (Ulrike Wolf, Johanna Baumgärtel) mit Sonaten und Duetten von Telemann und Wilhelm Friedemann Bach und um das 2008 von ehemaligen Studenten der Weimarer Musikhochschule gegründete Ensemble „Die vier EvangCellisten“ zu erleben.

Und der überraschend großen Hörergemeinde wurde gerade mit den Orgelstücken op. 80 von Max Reger, mit Präludium, Romanze und Intermezzo, sowohl ein artifizielles wie auch kulinarisch besinnliches Angebot unterbreitet. Für letzteres zeichnete das hervorragende Cello-Quartett mit Markus Jung, Lukas Dihle, Mathias Beyer und Hanno Riehmann verantwortlich. Die „EvangCellisten“ entfalteten einen wahrhaft segensreichen Klang. Sie berührten Herz und Sinne mit Puccinis berühmter Lauretta-Arie, mit einem harmonisch interessanten, launigen Tango, mit dem schlichten Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ und vor allem mit dem abendliedhaften Gebet von Udo Hartlmaier, welches die Seele köstlich labte.

Das erste Orgelsommer-Abschlusskonzert im Erfurter Dom sollte unbedingt beim nächsten Festival (1. bis 30. Juli 2017) eine Neuauflage erfahren. Zur Bilanz des 1991 von Bachpreisträger Gottfried Preller gegründeten Thüringer Orgelsommers gehören im Jubiläumsjahr unter anderem solch neue Akzente wie die Verbindung von Musik, Jonglage und unterhaltsamer Lesung, ein Konzert in der Jugendstrafanstalt Arnstadt, die Mischung ausländischer und einheimischer Solisten sowie die Aufführung eines von Orgelimprovisationen begleiteten Scherenschnittfilms.

Die erste Geige spielen selbstverständlich die vielen, teilweise wertvollen historischen Orgeln Thüringens. Und dies soll auch so bleiben, wobei manch ein Konzert sogar ein kleines Dorffest befördert. „Denn“, so resümiert der Mitorganisator und Organist Theophil Heinke (Waltershausen), „besonders in Zeiten, wo sich Leben und Kultur von den Dörfern zurückziehen, werden unsere Konzerte gern wahrgenommen und sind oft einer der Höhepunkte im Jahr.“

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