Alte Oper Erfurt: „Neue Saiten“ von Herman van Veen

Erfurt.  Stehende Ovationen für den niederländischen Künstler in der Alten Oper Erfurt.

Der niederländische Sänger Herman van Veen.

Der niederländische Sänger Herman van Veen.

Foto: Jörg Carstensen / picture alliance / dpa

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„So gut, wie es früher war, ist es früher nie gewesen.“ Findet Herman van Veen und erzählt in seinem aktuellen Programm „Neue Saiten“ von sich und dem Leben. Der niederländische Künstler, der seit mehr als 50 Jahren auf Bühnen steht, war am Donnerstag in der Alten Oper Erfurt zu Gast und wurde vom Publikum stürmisch gefeiert.

Van Veen liebt dieses Haus, die bejahrte Bühne, den unverstellten Blick ins Rund. Inzwischen 74, singt, tanzt und spielt er sich leichtfüßig durch den Abend, seine wunderbaren Musiker stehen ihm nicht nach. Gitarristin und Sängerin Edith Leerkes, Jannemien Cnossen (Geige, Gesang), Wieke Garcia (Percussion, Harfe, Gesang) und Bassist Kees Dijkstra bekommen viele Gelegenheiten, ihre außergewöhnlichen musikalischen Talente vorzustellen.

Van Veen geht mit seinen Zuhörern auf Lebens- und Gedankenreisen, und die gehen jeden Schritt mit. Mal zärtlich und versonnen, oft verschmitzt, gelegentlich deftig, singt und erzählt er von der Kindheit und vom Großwerden, von Liebe und Alter, von Abschieden und Neuanfängen.

Berührend das Lied für Erik van der Wurff, seinen vor fünf Jahren verstorbenen Freund und Pianisten. Bezaubernd das Lied „Hier unten am Deich“. Das Programm zeigt: Van Veen ist mitten in der Welt, er weiß um „Was fast Verrücktes“ ebenso wie um das Glück, eine Biografie zu haben, in der eigene Kriegserfahrungen nicht vorkommen.„Wir sind von ‘Nach dem Krieg’ – und hoffentlich bleibt das so“, sagt er unter dem Beifall des Publikums.

Beim Liebeslied „Anne“, das er nach der Geburt seiner zweiten Tochter schrieb, ist das Licht im Saal an und er schaut den Leuten in die Gesichter. Seine stimmstarke Opernparodie geht im Gelächter des Publikums unter. Balletteinlagen, Tanz und Slapstick zeigen: Neue Saiten und vertraute Töne schließen sich nicht aus. Nach zwei Stunden gibt es stehende Ovationen. Und als letzte Zugabe den Klassiker „Ich lieb dich noch“.

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