Warlam Schalamow hat Stalins Terror überlebt und schreibt nun im dritten Band seines Kolyma-Zyklus erneut über den Gulag.

An der Kolyma, so Warlam Schalamow, befinde man sich "nicht jenseits von Gut und Böse, sondern jenseits alles Menschlichen." Und tatsächlich erweisen sich in den stalinistischen Zwangslagern im nordöstlichen Sibirien, wo jeder für sich kämpft, Arbeit und Tod als Synonyme. Das bloße Überleben steht im Zentrum, Solidarität unter Hoffnungslosen kann nicht entstehen. Die Erzählungen aus Kolyma sind somit ein Versuch, sittliche Fragen an das Zeitalter der Extreme zu stellen, Fragen, die das Lagerthema als Kernproblem unserer Epoche, die Vernichtung des Menschen mithilfe des Staates, vorgibt.