Erfurter "Leben"-Skulptur von Günter Reichert wurde restauriert

An neuer Stelle in Position gebracht wurde am Mittwoch auf dem Hauptfriedhof die Metall-Skulptur, die 1973 vom Friedrichrodaer Metallgestalter Günter Reichert für die Feierhalle auf dem Hauptfriedhof entworfen wurde.

Kupferne Lebenslinien: Die Metall-Restauratoren Ulf Gerlach und Bernhard Mai montierten auf dem Hauptfriedhof gestern die 1973 von Günter Reichert entworfene Skulptur "Leben" - nachdem sie das Kunstwerk in die Kur genommen hatten. Foto: Hartmut Schwarz

Kupferne Lebenslinien: Die Metall-Restauratoren Ulf Gerlach und Bernhard Mai montierten auf dem Hauptfriedhof gestern die 1973 von Günter Reichert entworfene Skulptur "Leben" - nachdem sie das Kunstwerk in die Kur genommen hatten. Foto: Hartmut Schwarz

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Erfurt. Im Rahmen der Sanierung und Neugestaltung musste sie von ihrem ursprünglichen Platz zwischen den Eingangstreppen weichen, die inzwischen von einem zentralen Aufgang ersetzt wurden. Ein gebührender Platz für die Skulptur wurde an der linken Gebäudefront gefunden, die gestern wieder mit "Leben" versehen wurde.

"Leben" ist der Titel der aus Kupfer geformten Skulptur – jedes der 70 Einzelteile entspricht dabei einem Lebensjahr – gemäß der durchschnittlichen Lebenserwartung in der damaligen DDR. Aneinander gefügt werden Linien und Vertiefungen sichtbar, mit denen die Entwicklungsphasen im Lebensverlauf dargestellt werden. Beginnend mit einer schmalen Linie, die sich in der Blüte der Entwicklung erweitert und im Alter wieder verengt. Und wer sucht, der findet im Erfurter Stadtgebiet viele weitere Spuren, die der 2009 verstorbene Metallgestalter hinterlassen hat – vom eisernen Tor am Hauptfriedhof über den Hochzeitsbrunnen in der Großen Arche und den Skulpturenpark der ega bis zum Schriftzug am Schloss Hubertus.

In zweimonatiger Arbeit wurden das "Leben" für die Festhalle in der "Drachenschmiede" in Luisenthal mit Unterstützung der Denkmalpflege wieder sichtbar gemacht. Deformierungen wurden beseitigt, Risse nachgeschweißt und die in den Jahren entstandene Patina mit einer Beschichtung konserviert. Hand angelegt wurde dabei vor allem von der "losen Praxisgemeinschaft", die sich zwischen dem ehemaligen Reichert-Schüler (und "Drachenschmied") Ulf Gerlach und dem Erfurter Metallrestaurator Professor Bernhard Mai, der auch für die Restaurierung des Buchenwalddenkmals verantwortlich zeichnet, entwickelt hat.

Als Abschluss der Sanierung der Feierhalle sei die Rückkehr der Skulptur allerdings nicht zu werten, wird im Garten- und Friedhofsamt erklärt. Der Vorplatz wartet noch auf seine Erneuerung, die Hochbeete müssen saniert werden – im Zeitplan abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt.

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