In welcher Haut man steckt: 10. Thüringer SchulKinoWoche

Zum zehnten Mal werden im November in Thüringen die beliebten SchulKinoWochen veranstaltet. Das Programm zum Schwerpunkt "Identität" steht, und man kann sich bereits anmelden.

Zwischen zwei Welten zu leben, kann mitunter komisch sein: Szene aus dem Film "Almamya - Willkommen in Deutschland".

Zwischen zwei Welten zu leben, kann mitunter komisch sein: Szene aus dem Film "Almamya - Willkommen in Deutschland".

Foto: zgt

Weimar. Es ist mitunter sehr komisch, zwischen zwei Welten zu leben, wie der preisgekrönte Film "Almanya - Willkommen in Deutschland" zeigt. Man kann sich aber auch in der Fremde verlieren. Oder in einer autoritären Bewegung aufgehen - "Die Welle". Man kann auch in der Heimat an falsche Freunde geraten - wie auf stark zugespitzte Weise in dem Streifen "Kriegerin" zu erleben. Man ordnet sich dem Gruppenzwang unter und weiß am Ende gar nicht mehr, wo man hingehört.

"Identität" lautet das Schwerpunktthema der diesjährigen 10. SchulKinoWoche, die vom 19. bis 23. November in Thüringen und Sachsen-Anhalt veranstaltet wird. Schulklassen sind angehalten, sich mit Lebensentwürfen auseinanderzusetzen. Die ausgewählten Filme beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten kindlicher und jugendlicher Identität. Sie spannen einen Bogen von der Erfahrung erster Liebe ("Anne liebt Philipp") über die Wirrnisse der Pubertät ("Gregs Tagebuch" oder "17 Mädchen") bis zum Abdriften ins rechtsradikale Milieu ("Kriegerin").

Vision Kino - Netzwerk für Film und Medienkompetenz und die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) laden Schüler aller Altersklassen und Schulformen gemeinsam mit ihren Lehrkräften zum "Unterricht" im Kino ein. Die Programme sind im Internet veröffentlicht, und man kann sich bereits in den Kinos seiner Region anmelden.

Auch in diesem Jahr erwartet die SchulKinoWoche zahlreiche Gäste: Filmschaffende wie Carsten Fiebeler, der Regisseur des Films "Sushi in Suhl", Norbert Lechner, Regisseur von "Tom und Hacke" sowie einer der Hauptdarsteller des Films "Kriegerin", Gerdy Zint, haben ihr Kommen zugesagt. Fast alle großen und kleinen Kinos in Thüringen beteiligen sich an der 10. SchulKinoWoche. Ein umfassendes Programm mit Sonderveranstaltungen, Kinoseminaren, Workshops und Lehrerfortbildungen ergänzt die Filmvorführungen.

Zur Vor- und Nachbereitung des Kinobesuchs wird den Lehrern kostenlos pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung gestellt. Zusätzlich soll ihnen eine in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung (Thillm) veranstaltete Weiterbildung den Einstieg in die Filmanalyse erleichtern. Unter der Leitung von Peter Schütz hat das Thüringer Projektteam der SchulKinoWoche seine Arbeit in Weimar wieder aufgenommen und ist telefonisch unter (03643) 86 23 33 zu erreichen.

www.schulkinowoche-th-st.de

Bild 1: Hass auf Migranten: Um eine rechtsradikale Jugendclique in einer ostdeutschen Kleinstadt geht es im Film "Kriegerin". Szene mit Sayed Ahmad und Alina Levshin. Foto: dapd/Elite Filmverleih

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